An der Grenze des Machbaren

Ein gutes halbes Jahr Arbeit liegt noch vor ihm, ehe Stadtpfarrer und Dekan Thomas Rauch seine neue Stelle als Dompfarrer und Stadtdekan in Augsburg antreten wird. Den Neujahrsempfang für die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Pfarrei Mariä Himmelfahrt im Pfarrzentrum nahm er dennoch zum Anlass, die vergangenen zehn Jahre schon mal Revue passieren zu lassen.

„Ich habe es immer als Geschenk empfunden, hier Got­tes­dienste feiern zu dürfen“, sagte Rauch. Trotz allgemein rückläufiger Zahlen seien sie gut besucht, wozu die stets großartige und vielfältige musikalische Gestaltung sowie die außergewöhnlich schönen Kirchen einen wesentlichen Teil beigetragen hätten. Als Rauch vor zehn Jahren mit Landsberg seine erste Pfarrerstelle antrat, habe man ihm bereits im Vorfeld gesagt, dass es im ganzen Bistum keine Einheit mit so einem konzentrierten Kirchenbesitz gäbe wie in der Lechstadt. 13 Millionen verbaut Das sei mitunter auch „anstrengend“ gewesen: Ganze 15 Renovierungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 13 Millionen Euro führte Rauch in den vergangenen zehn Jahren als „Bauherr“ durch. Neben dem „Jahrhundertbauwerk“ Stadtpfarrkirche, die am Palmsonntag wiedereröffnet werden soll, wurden unter anderem die Johanniskirche, die Heilig-Kreuz-Kirche, das Mesnerhaus sowie die Kirchen in Sandau, Pitzling, Pöring und Reisch saniert. „Manchmal hat’s mich belastet, aber richtig schwer war’s für mich nie“, gesteht Thomas Rauch ein. Dies sei auch der Verdienst vieler ehrenamtlicher Hel­fer, allen voran Professor Franz Bernhard Weißhaar und Kirchenpfleger Anton Hafenmaier. Als Kernanliegen seines Priestertums sei ihm immer die Glaubensweitergabe wichtig gewesen, so Rauch. Ob in den zahlreichen Familien- oder Gebetskreisen oder der Arbeit mit Kindern: „Ich habe stets versucht, als Mann des Glaubens präsent zu sein.“ Gerne sei er in die Schulen gegangen, um den Glauben dort weiterzutragen. Gerade in der Zukunft, wenn die Pfarreiengemeinschaften noch größer würden, sei es enorm wichtig, sich kleine Gemeinschaften innerhalb der Pfarrei zu erhalten. Weiterer zentraler Punkt seines Wirkens in Landsberg war die Aufgabe als Seelsorger. Das Dasein für andere Menschen stellte Rauch immer vorne an, „wohlwissend, dass man als Priester an seine Grenzen stößt“. Ein Kollege habe ihm in jungen Jahren einmal gesagt: „Du bist nicht der Erlöser, Jesus ist der Erlöser.“ Nur so könne man als Priester überleben. „Ich bin sehr dankbar, dass ich zehn Jahre hier sein durfte“, so Stadtpfarrer Thomas Rauch abschließend. „Wer glaubt, ist nie allein“. Dieses Gemeinschaftsgefühl habe er in Landsberg in den vergangenen Jahren immer wieder gespürt. „Mit Euch bin ich Christ, für Euch bin ich Stadtpfarrer.“ Großer Kandidat? Für seine Nachfolge konnte Rauch beim Neujahrsempfang verkünden, dass bereits eine schriftliche Bewerbung vorliege. „Ich hoffe, dass es nicht an der Größe des Kandidaten scheitern wird“, bemerkte Rauch mit einem Augenzwinkern. Denn zuvor hatten Oberbürgermeister Ingo Lehmann und Landrat Walter Eichner in ihren Grußworten das für sie stets zu hohe und auf Rauchs Körpergröße abgestimmte Rednerpult scherzend bemängelt.

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