Zu groß für die Jugend

„Jugendhaus come soon“, steht auf einer bunten Bautafel, die Jugendliche auf dem dafür vorgesehen Grundstück neben dem Rathaus aufgestellt haben. „Das sollte uns motivieren“, meinte Bürgermeister Peter Wittmaack (SPD) am Mittwoch im Gemeinderat. Dass gut Ding jedoch Weile braucht, wurde in der Diskussion um die aktuelle Planung von Architekt Kurt Bergmaier deutlich.

Mit rund 110 Quadratmetern jeweils im Erd- und Untergeschoss beinhaltet der Entwurf unter anderem einen großen Gruppenraum im Erdgeschoss, eine Küche und ein Büro für die seit November in Schondorf und Utting tätige Sozialpäda­gogin Kristina Krone. Als Eingang zum Jugendhaus, Zugang zum Garten und als Verbindung zum Rathaus schlug Bergmaier einen überdachten Durchgang vor, der zugleich als Unterstand für die vor dem Jugendhaus geplante Bushaltestelle genutzt werden könnte. „Dadurch würde sich ein Wartehäuschen erübrigen.“ Bis zu 800000 Euro Die Kosten schätzte der Planer auf 530000 Euro, inklusive aller Nebenkosten sogar auf bis zu 800000 Euro. Außerdem müssten die Eschen an der Bahnhof­straße, die ursprünglich erhalten bleiben sollten, ebenso ge­- fällt werden wie die Ahornbäume auf dem Grundstück. Sonnenkollektoren und eine Wär­me­pumpe vom Jugend- zum Rathaus könnten das ölbeheizte Rathaus in der Übergangszeit und im Sommer mit Wärme und Warmwasser versorgen, um so die geforderte 15-pro­zen­tige Unterschreitung der ENEV (Energieausweis- und Energiesparverordnung) zu erreichen und damit staatliche Förderung zu erhalten. „Ein schöner Entwurf, aber er ist mir zu teuer“, fasste der Rathauschef zusammen. Allein das Foyer mit 30 Quadratmeter sei fast so groß wie das Einwohner­meldeamt, auch lichte Raumhöhen bis zu 4,90 seien seines Erachtens nicht notwendig. „Wir sollten auf alle Fälle unter einer halben Million bleiben.“ Andreas Dhom (FWS) wies darauf hin, dass man in der exponierten zentralen Hanglage keinesfalls auf eine Unterkellerung verzichten und sich die Möglichkeiten zum Anbau offen halten sollte. Helga Gall (Grüne) gab zu bedenken, dass der Gemeinde über kurz oder lang auch Räume im be­nach­barten Bahnhof, der im vergangenen Jahr erworben wurde, zur Verfügung stünden. Und Bürgermeister Wittmaack dachte laut über einen Energieverbund von Rathaus, Bahnhof und Jugendhaus nach: „Nach der energetischen Sanierung des Rathauses können wir mit unserer Ölheizung im Winter voraussichtlich auch den Bahnhof heizen.“ Bergmaier, der nicht allein Architekt, sondern auch 2. Bürgermeister der Gemeinde Schondorf ist, soll nun das Bauvolumen des Jugendhauses und die Kosten unter Einhaltung der Förderrichtlinien in Richtung 400000 Euro verringern.

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