Zu groß für die Seeanlagen?

Bis zu 10000 Besucher verzeichnet Organisator Peter Kaun jun. alljährlich beim großen Flohmarkt nach dem Dießener Seefest. Foto: Kaun jun.

In welcher Form und Größe künftig in Dießen Flohmärkte abgehalten werden dürfen, darüber sollen sich die Marktgemeinderäte bis zur nächsten Sitzung Gedanken machen. Anlass zu diesem Schritt waren Beschwerden, die es heuer rund um den bekannten großen Flohmarkt am Ende des Seefestes gab.

Seit Jahren ist der Flohmarkt des Organisators Peter Kaun junior nun am Sonntag nach dem Seefest angesetzt. Rund 350 Ver­kaufsstände zählte der Veranstalter in der Regel plus knapp 50 kostenfreie Kinder- und Jugendstände. Das Flair des Marktes direkt am Seeufer in den Seeanlagen ist weit über die Land­- kreisgrenze hinaus bekannt, mittlerweile werden laut verschiedenen Schätzungen jährlich zwischen 6000 und 10000 Besucher angezogen. Eine Größe, bei der die Gemeinde sich durchaus einmal fragen müsse, „Was habe ich, was will ich“, begründet Dießens Geschäftsstellenleiter Erich Neugebauer den Vorstoß. Bürgermeister Herbert Kirsch erläuterte jüngst unterschiedliche Floh­markt-Formen wie den ideellen und den gewerblichen Flohmarkt, wobei der größte Unterschied darin besteht, ob der Veranstalter ein gewerbliches Interesse hat. Dann nämlich darf dieser Markt nicht an Sonn- und Feiertagen stattfinden. Der große Seeflohmarkt ist nach Auskunft des Betreibers bisher vom Landratsamt Landsberg als Jahrmarkt festgesetzt worden mit strengen Auflagen inklusive Verkehrskonzept. Extrem schwierig So hatte Grünen-Gemeinderat Michael Hofmann auf der Sitzung in Frage gestellt, ob wegen der Beschwerden über parkende Fahrzeuge und chaotische Verkehrsverhältnisse im Ort tatsächlich der Organisator zur Rechenschaft gezogen werden könne. „Auch bei anderen Veranstaltungen wird falsch geparkt“, so Hofmann. Der Vorsitzende des Gewerbeverbandes sprach außerdem an, dass der Flohmarkt heuer unter extrem schwierigen Witterungsbedingungen stattgefunden hatte – große Teile der Seeanlagen waren wegen der starken Regenfälle überflutet, weshalb sich die Verkaufsflächen Richtung Norden verlagert hatten. Generell wurde deutlich, dass nicht alle Marktgemeinderäte darüber glücklich sind, dass Flächen etwa rund um den ADK-Pavillon oder im Bereich des Spielplatzes genutzt werden dürfen. Wo künftig die Dießener Flohmärkte stattfinden, möge daher bitte gleich mitgeklärt werden, forderte Franz Sanktjohanser (OK Dießen). Kaun selbst zeigte sich auf Nachfrage des KREISBOTEN „irritiert“ über die Art der Diskussion, er habe sich bisher an die Richtlinien des Landratsamtes gehalten. Nach seinen Informationen gelten auch die Flohmärkte des Frauenbundes und des Jugendtreffs mit dem Markt Dießen als Veranstalter nicht mehr als privat, da sie zu groß sind.

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