Großer Tag für die Gläubigen

Die Pieta wird in die Stockkapelle getragen. Fotos: Schmid

Es war ein Anlass zur großen Freude für die Gläubigen aus dem gesamten Umkreis – und ganz besonders für jene, die regelmäßig Wallfahrten zu der bekannten Stockkapelle in Asch unternehmen: Nach über vier Jahrzehnten ist die Schmerzhafte Mutter Gottes endlich wieder in die Kapelle zurück gekehrt. „Es war ein sehr bewegender Augenblick“, freute sich Weihbischof Josef Grünwald, nachdem die Pieta endlich wieder an ihren angestammten Platz im Hochaltar eingesetzt worden war. Von dort war die Schnitzfigur einst am 13. Mai 1968 von Dieben entwendet worden, bevor sie schließlich auf wundersame Weise wieder aufgetaucht war.

Das große Ereignis wurde sehr feierlich begangen: In der Pfarrkirche in Asch zelebrierte der Weihbischof zunächst einen Gottesdienst, der auch nach draußen übertragen wurde: Denn wegen des großen Andrangs nahmen viele Gläubige draußen vor der Kirche Platz. In einer festlichen Prozession wurde die um ihren Sohn trauernde Mutter Gottes schließlich zur Wallfahrtskapelle hinauf getragen: Insgesamt 26 verschiedene Gruppen und Vereine aus Fuchstal und Umgebung durften das Gnadenbild jeweils ein Stück weit tragen. Der Zug wurde von insgesamt 35 Fahnenabordnungen und vier Musikkapellen begleitet. Nach der Andacht an der Stockkapelle, der Hunderte von Gläubigen aus der ganzen Umgebung beiwohnten, bedankte sich Pfarrer Oliver Grimm bei Schongaus Stadtpfarrer Bernhard Mooser, ohne dessen Hilfe die Rückkehr der Pieta nicht möglich gewesen wäre. Mooser hatte sich schon seit vielen Jahren darum bemüht, das hochverehrte Gnadenbild wieder nach Fuchstal zu holen, nachdem er im Jahr 1994 – damals war er noch Pfarrer in Asch – einen Hinweis über den Verbleib der Figur erhalten hatte und dieser Spur dann konsequent nachgegangen war. Aus verschiedenen Gründen sei es aber jetzt erst möglich gewesen, die Pieta wieder zurück zu bekommen, erklärte Mooser. Die Schmerzhafte Mutter Gottes in der Ascher Stockkapelle hatte für die Gläubigen seit jeher eine große Bedeutung: Viele trugen dort ihre Sorgen und Nöte hin (besonders auch zu Kriegszeiten) – und viele Gebete seien auch tatsächlich erhört worden, berichtet der Schongauer Stadtpfarrer. Wie die Legende der Pieta besagt, entdeckten Ascher Holzfäller vor mehr als 200 Jahren beim Fällen einer Buche in dem hohlen Stock das Muttergottesbild und nahmen dieses dann mit nach Hause. Auf wundersame Weise sei die Figur jedoch dann mehrere Male wieder von selbst in den Buchenwald zurück gekehrt. Erst nachdem die Holzhauer das Gnadenbild samt dem Stock in der St. Vituskirche aufgestellt hatten, verblieb die Mutter Gottes, die den Leichnam ihres Sohnes in Händen hält, dann an ihrem Platz.

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