Peter Rahn ist weg!

Gesucht: neuer Vorstand des Klinikums

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Das Klinikum Landsberg (Foto, im Vordergrund der Neubau des Bezirks Oberbayern) ist derzeit ohne Verwaltungschef: Der Landkreis hat sich von Peter Rahngetrennt und sucht jetzt einen Nachfolger.

Landsberg – Der Landkreis Landsberg hat sich nach dreieinhalb Jahren vom Verwaltungschef des Klinikums, Peter Rahn, getrennt. Der Grund waren unterschiedliche Auffassungen zur weiteren Ausrichtung des Kommunalunternehmens. Anlass für die Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt – anderthalb Jahre vor Auslaufen des Vertrags von Rahn – waren nach Angaben von Landrat Thomas Eichinger Umbaupläne, die eine langfristige Begleitung durch einen neuen Vorstand sinnvoll erschienen ließen.

Ist nicht mehr Vorstand des Klinikums Landsberg: Peter Rahn.

Es sei „keine einzelne Sache alleine“ gewesen, die den Verwaltungsrat zu diesem Schritt veranlasst hätte, sagte Eichinger bei einem Pressegespräch am Montag, eher „viele einzelne Umstände“ und „Detailfragen, auch in Richtung der Ärzteschaft“. Allerdings habe sich bei einigen Themen gezeigt, dass Rahn die künftigen Aufgabenfelder anders gesehen habe als der Landrat und der Verwaltungsrat. Als Beispiel nannte Eichinger das Thema „Herzkatheter“. Rahn sei für eine Erweiterung des Klinikums in diese Richtung gewesen, Eichinger eher dagegen. Der ärztliche Leiter des Klinikums und Chefarzt der Anästhesiologie, Hubert Meyrl, ergänzte, auch aus seiner Sicht reiche die Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum Großhadern aus, um diesen Bereich abzudecken.

Fortbestand gesichert

Eichinger betonte, dass das Landsberger Klinikum nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sei. Das mit 220 Betten und 700 Mitarbeitern größenmäßig im „unteren Mittelfeld“ angesiedelte „Grundversorgungshaus“ mache zwar jedes Jahr rund eine halbe Million Euro Verlust, aber das sei in dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich. Die Zahlen für das laufende Jahr seien „ganz ordentlich“. Die Auslastung betrage ungefähr 80 Prozent. „Es besteht keinerlei Zweifel am Fortbestand des Hauses und der kommunalen Trägerschaft“; beides sei „vollkommen gesichert“, so Eichinger. Wichtig sei auch: „Die Krankenkassen stehen voll hinter dem Klinikum.“

Dies bestätigte auch Controller Stephan Blanke, der „bis auf Weiteres“ die Geschäftsführung des Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) übernommen hat. Die Personalchefin, stellvertretender Vorstand und Justitiarin des Klinikums, Sandra Zeiler, ist vorübergehend mit der Leitung des Krankenhauses betraut worden. Eine Personalberatungsfirma sucht nun eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Rahn, der seine Ämter bereits niederlegt hat, allerdings bis zur Aufnahme einer neuen Tätigkeit, maximal bis Ende 2017, weiter auf der Gehaltsliste des Landkreises steht.

Das Klinikum solle sich nun strategisch und räumlich neu aufstellen und dabei „moderat wachsen“. Räumlich geht es von 2018 bis 2020 vor allem um Neubauten des Verwaltungsgebäudes, der Krankenpflegeschule und des Gesundheitsamts. Das Investitionsvolumen liegt grob geschätzt bei 20 Millionen Euro. Die Not­aufnahme solle anders verortet werden, außerdem sei eine grundsätzliche Kapazitätserweiterung geplant. Hierzu sei der Landkreis mit Nachbarn in Verhandlungen über den Kauf oder die Nutzung von Grundstücken; auch die Stadt Landsberg habe Unterstützung in baurechtlicher Hinsicht zugesagt.

„Wir brauchen Erweiterungsspielraum“, sagte Eichinger. Dazu könne die Verwaltung auch mal 200 Meter weit weg sein. Die Patienten und ihre medizinische Versorgung hätten Vorrang. Erster Schritt ist die Nachfolge Rahns – eine Entscheidung soll der Kreistag im Herbst treffen.

Werner Lauff

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