Narren lassen nicht locker

Ein Lichtblick für den "Gaudiwurm"

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Fach- und Berufsoberschule (Foto) habe in punkto Faschingsumzug in Landsberg am Lumpigen Donnerstag längst Farbe bekannt: „Ein Mehrheit will in jedem Fall mitmachen“, sagt FOS-Schülersprecher Andreas Oehlenschläger.

Landsberg – Ob nun Umzug oder ein „Spektakel“ anderer Art – wenn es nach der Interessengruppe geht, die sich vergangene Woche auf Einladung der Stadt zusammensetzte, bleibt das Faschings­treiben am Lumpigen Donnerstag in Landsberg auf jeden Fall erhalten.

„Viele Leute fahren aus dem Umland und der Region nach Landsberg“, meinte Stadt-Pressesprecher Andreas Létang. „Die kriegen von der Diskussion, die hier im Moment geführt wird, gar nichts mit. Wenn die aber im nächsten Jahr kommen und feststellen, dass nichts stattfindet, können Sie 2015 veranstalten, was Sie wollen, da kommt dann keiner mehr.“

Ähnlich sahen das die restlichen Anwesenden, darunter einige bekannte Wirte. Sie wollen sich jetzt für den „Lumpigen“ engagieren, nachdem die Schulen bekanntlich nach genau 50 Jahren erstmals keinen Faschingszug mehr veranstalten werden. Mit Niki Amberger wurde dann auch ein Gastronom zum Ansprechpartner für die Stadtverwaltung gekürt. Er steht damit der Gruppierung vor, die zunächst formlos arbeiten wird. „Wenn’s dann einmal ein Verein wird, soll das jemand anders machen“, so Amberger, „das kann ja frühestens 2015 greifen.“ Jetzt gehe es erst einmal nur darum, für kommendes Jahr „schnell etwas auf die Beine zu stellen“.

Schwieriges Pflaster

In welcher Form dann gefeiert wird, möchte die Gruppe in den nächsten Wochen erarbeiten, nach einem früheren Vorgespräch hat man sich dazu bereits fachkundigen Rat geholt – unter anderem bei den Organisatoren des Umzugs in Untermühlhausen; auch aus Igling werde Unterstützung kommen, kündigte Amberger an. „Der Fasching ist ein schwieriges Pflaster“, berichtete Stefan Drexl, Sprecher des Untermühlhausener Faschingsteams. Organisation und Vorarbeit seien extrem aufwendig, außerdem gelte es, den Umzug mit „sehr viel Personal“ abzusichern.

Nicht nur diese Sorge konnte Anton Sirch, Leiter des städtischen Raum- und Veranstaltungsmanagements, den Lechstädtern aber nehmen. Zwar stellte Létang klar, dass die Stadt „auf keinen Fall den Umzug oranisieren kann, das ist nicht zu leisten“, doch bot man wichtige Hilfe auf breiter Front an. „Bei den Auflagen helfen wir. Wir würden weiterhin für die Genehmigungen und Bescheide sorgen und auch die Absicherung organisieren“, versprach Sirch. Auch um die vielerorts gefürchteten TÜV-Gutachten für teilnehmende Fahrzeuge würde sich die Verwaltung kümmern.

Weiter am Donnerstag?

Neben dem „Wo“ und „Was“ sind aber so schnell wie möglich auch noch die Fragen „Wer?“ und „Wann?“ zu klären, wie die Runde feststellte. Sobald das Konzept steht, sollen alle Landsberger Vereine angeschrieben werden. Zuvor muss aber noch entschieden werden, ob der Donnerstag als Veranstaltungstag überhaupt weitergeführt werden kann.

Während Anton Sirch die Diskussion, ob Schüler während der Unterrichtszeit weiterhin teilnehmen dürften, als „völlig erledigt“ ansah, will sich Andreas Oehlenschläger damit noch nicht abfinden. Der stellvertretende FOS-Schülersprecher bekräftigte, dass an seiner Schule „eine Mehrheit dafür sei, auf jeden Fall mitzumachen“. Es gelte jetzt, die restlichen Schüler so schnell wie möglich ins Boot zu holen. Mit dem Feiern erst nach Unterrichtsschluss zu beginnen, sei nicht sinnvoll.

Auch bei der Stadt steht man zum Lumpigen Donnerstag und seinem frühen Beginn. Andreas Létang: „In der Verwaltung gäbe es weiter ab 10 Uhr frei. Im Landratsamt soll das wohl etwas anders aussehen, aber das kann sich ja ändern“ – was der ebenfalls anwesende Landratskandidat Markus Wasserle sichtlich interessiert zur Kenntnis nahm.

Finanzielles Grundgerüst

Wasserle überbrachte der Runde dann auch gleich aus dem Kreistag die frohe Kunde, dass der Faschingszuschuss vom Landkreis auch 2014 erneut fließt. „Die 3500 Euro sind wieder beschlossen worden.“ Da auch die Stadt und die Gastronomen sich wieder jeweils in gleicher Höhe beteiligen wollen, steht zumindest ein finanzielles Grundgerüst für die Organisation.

Christoph Kruse

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