Großes Team im kleinen Finale

Gewannen bei der deutschen Polo-Meisterschaft Low Goal mit einer überzeugenden Leistung Bronze (von links): Alexander Schwarz, Joachim Feller, Jürgen Kager und Jo Reinhard vom Polo Club Landsberg-Ammersee. Foto: Schwaiger

So knallhart kann der Polo-Sport bei nationalen Titelkämpfen sein: sechs Spiele, sechs Siege und trotzdem „nur“ Bronze. Diese bittere Erfahrung musste das Team des Polo Clubs Landsberg-Am­mer­see (PCL) kürzlich bei der deutschen Meisterschaft in Willich nahe Düsseldorf machen. Ein höchst umstrittener Turniermodus nahm Teamcaptain Joachim Feller sowie Jürgen Kager, Jo Reinhard und Alexander Schwarz alle Chancen auf den Einzug ins Finale. In diesen Genuss hingegen kam PCL-Präsident Dr. Günther Kiesel, der im Team des Polo Clubs Chiemsee Silber gewann.

„Mit 66 Jahren ist lange noch nicht Schluss…“ singt Udo Jürgens. Das schrieb sich wohl auch Günther Kiesel auf die Fahnen. Obgleich er noch im Vorfeld der Meisterschaft angekündigt hatte, bei Turnieren etwas kürzer treten zu wollen, konnte der Issinger dem Angebot vom Chiemsee nicht widerstehen. Und bewies vor allem im Finale, dass man auch im hohen Polo-Alter von 66 Jahren – Kiesel war zweitältester Teilnehmer des Turniers – noch richtig guten Sport bieten kann. Zwar konnten der PCL-Präsident mit Alexandra Plenk, Rico Richert und Dominik Velazquez dem Team Steigenberger nicht das Wasser reichen, doch fiel die 7:3-Finalniederlage bei weitem nicht so deutlich aus, wie im Vorfeld erwartet. Der Vizepräsident des Deutschen Polo Verbandes (DPV), Dr. Kiesel, hatte mit all seiner Erfahrung in der Verteidigung wesentlichen Anteil daran. Lob der Konkurrenz Ebenso wie Steigenberger-Teamcaptain Wolfgang Kailing zollte auch Vizemeister Kiesel seinen Clubkollegen höchsten Respekt. Den Meisterpokal gerade erst in Empfang genommen, bedauerte Kailing öffentlich, dass es im Finale vor über 2000 Zuschauern nicht zum erhofften „Aufeinandertreffen der beiden besten Teams“ gekommen sei. Für das Landsberger Quartett um Joachim Feller war das kein echter Trost. „Wer neben der Meistermannschaft als einziges Team der beiden Gruppen alle fünf Spiele der Vorrunde gewinnt, auch das gegen Chiemsee (10:8,5), dem sollte der Finaleinzug nicht verwehrt werden“, übt der PCL-Captain Kritik. Besonders bitter: Finalist Chiemsee (Gruppe B) hatte in der Vorrunde drei Niederlagen einstecken müssen. Da der DM-Veranstalter aber auf ein Halbfinale mit den üblichen Kreuzpaarungen verzichtete und die Landsberger im direkten Vergleich zu Steigenberger (Gruppe A) ein schlechteres Torverhältnis aufwiesen, blieb nur das kleine Finale um Bronze. In diese Begegnung allerdings legten Feller, Schwarz, Kager und Reinhard all ihre Energie und schickten das „Team G-Star“ mit einer 8,5:1-Packung vom Feld. „Das war unser bestes Spiel des Turniers“, zeigte sich Feller etwas versöhnlich. Die deutsche Polo-Meisterschaft Medium Goal steht am kommenden und darauf folgenden Wochenende in Maspe bei Hannover an. Dort wird sich der spielstärkste PCL-Akteur, Marco Kiesel aus Landsberg, auf Titeljagd begeben.

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