Überraschende Schützenhilfe

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Ein Landsberger Baustoffhandel möchte dieses Grundstück am Penzinger Feld für eine Erweiterung erwerben – deutlich mehr will aber ein Investor zahlen.

Landsberg – Nach ausführlichen Verhandlungen war sich die Stadtverwaltung eigentlich mit dem Baustoffhandel einig, der zwei Grundstücke am Penzinger Feld für die Erweiterung seines Betriebes erwerben will. Das Geschäft scheiterte jetzt aber auch im vierten Anlauf mit 7:8 Stimmen im Finanzausschuss.

Diesmal scheiterte das Geschäft mit einer eigentümlichen Wendung, denn die CSU erhielt überraschende Schützenhilfe. Die Christsozialen blieben auch diesmal dabei: Sie wollen die Fläche an den Investor verkaufen, der dem Vernehmen nach für die insgesamt gut 6000 Quadratmeter deutlich mehr als der Landsberger Händler bezahlen will, um dann weiteren Einzelhandel anzusiedeln.

Eines der Probleme dabei ist offenbar auch ein städtebaulicher Vertrag mit dem Fachmarktzentrum, der genau das verbieten soll. Darauf dürfte sich auch die nicht näher erläuterte Äußerung von Axel Flörke (Landsberger Mitte) in der anschließenden Stadtratssitzung bezogen haben: „Sie wollen da Flächen verkaufen, die Sie so überhaupt nicht verkaufen können.“

Auch die Regierung von Oberbayern hat Bedenken angemeldet und bereits mit einer Streichung der Städtebauförderung gedroht; zudem würden mit dem Drogerie- und dem Biomarkt Zusagen gegenüber den Landsberger Einzelhändlern in der Innenstadt gebrochen. Die CSU-Fraktion im Stadtrat wiederum sieht sich in der Verantwortung, wegen der Finanzlage der Stadt das Maximum bei dem Grundstücksverkauf herauszuholen.

Angesichts der Mehrheitsverhältnisse bei der Finanzausschuss-Sitzung hätte die CSU dort den Verkauf an den Landsberger Betrieb aber normalerweise nicht mehr verhindern können, zumal dann auch eines ihrer Mitglieder bei der Abstimmung ausscherte und die Hand „pro Verkauf“ hob. 

Überraschend fanden sich allerdings auch zwei Teilnehmer aus anderen Parteien, die dagegen waren und das Vorhaben somit mit 7:8 Stimmen zu Fall brachten. Ihre Begründung: Zwar habe der Unternehmer inzwischen einen Quadratmeter-Preis angeboten, der über dem Bodenrichtwert liege (dieser beläuft sich am Penzinger Feld derzeit auf rund 120 Euro), allerdings sei das immer noch zu wenig. Die Verwaltung soll nun versuchen, ein neues und höheres Angebot auszuhandeln. Anschließend dürfte der Geschichte im Finanzausschuss ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden.

Christoph Kruse

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