Gutes für die neue Heimatstadt - Doppelte Ehre für Siegfried Meister: Bundesverdienstkreuz und Ehrenbürger Landsbergs

Dem Firmengründer der Rational AG, Siegfried Meister, sind vergangene Woche gleich zwei große Ehrungen zuteil geworden. Nachdem er am Donnerstag in einer Feierstunde im Stadttheater zum Ehrenbürger Landsbergs ernannt worden war, erhielt er drei Tage später im Rathaus das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Meister selbst zeigte sich von beiden Ehrungen sichtlich beeindruckt: „Diese waren jenseits meiner Vorstellungskraft.“

Einstimmig und ohne kontroverse Diskussion hatte der Stadtrat vor geraumer Zeit beschlossen, dem Firmengründer der Rational AG die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Damit befinde er sich in einer kleinen, feinen und illustren Gesellschaft, betonte Oberbürgermeister Ingo Lehmann in seiner Laudatio und stellte den Landsberger Unternehmer mit Ehrenbürgern wie Johann Leonhard Kühlmann, Ritter Otto von Kühlmann, Sir Ritter Hubert von Herkomer, Kommerzienrat Johann Winklhofer, Josef Johann Schober, Wilhelm Weidringer, Hanns Hammberger und Stadtpfarrer Gabriel Beißer gleich. Wenngleich Meister kein gebürtiger Landsberger ist – „Der einzige Fleck auf Ihrer ansonsten weißen Weste“, scherzte Lehmann – wird ihm die Ehrenbürgerwürde für sein Wirken um die Stadt und seine Bürger zuteil. So habe Meister als Unternehmer die Firma Rational AG am Standort Landsberg ab Mitte der 70er Jahre systematisch zum Zentrum eines weltweiten operierenden Unternehmens in der Großküchentechnik entwickelt. Heuer wurde das dritte Werk im Industriegebiet Frauenwald in Betrieb genommen. In der Summe beschäftigt das Unternehmen damit über 1000 Mitarbeiter. Die Hälfte von Rational Da die Höhe der Gewerbesteuer unter das Steuergeheimnis fällt, zitierte Lehmann Vorstandsvorsitzenden Dr. Günther Blaschke, der feststellte, dass Rational rund die Hälfte der Gewerbesteuereinnahmen der Stadt Landsberg zahle. „Und die liegen in diesem Jahr bei 20 Millionen Euro“, so der Oberbürgermeister. Daher sei es nicht übertrieben, „dass viele Entwicklungen, von Sozialeinrichtungen bis hin zur Infrastruktur, ohne das Unternehmen nicht möglich gewesen wären“. Darüber hinaus gehört es zu Meisters besonderen Verdiensten, in vielfältiger Hinsicht das kulturelle, soziale und kirchliche Leben in Landsberg unterstützt hat. So engagierte er sich unter anderem für die Nächte der Musik und das Orgelfestival. Hinzu kämen weitreichende soziale Spenden, die jedoch mehr im Stillen geblieben seien. Besonders große Unterstützung fanden die Kirchen. Lehmann hob insbesondere die Hilfen bei der Renovierungen von der Kathari- nen- und Heilig-Kreuz-Kirche sowie der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt hervor. Ein Ehrenbürger habe keine Pflichten. Materiell gesehen seien die Rechte sehr bescheiden. „Es wird Ihr Leben wohl nicht groß verändern, wenn nun einen kostenlosen Leseausweis für die Stadtbücherei bekommen, ohne Eintritt das Neue Stadtmuseum besuchen oder gratis Stadtbus fahren dürfen. Auch Inselbad und Eislaufhalle stehen Ihnen offen“, erklärte Lehmann mit einem lachenden Auge. "Ich bin ein Landsberger" Für Meister selbst lag diese Auszeichnung jenseits seiner Vorstellungskraft. Vor allem der Konsens bei der Abstimmung habe ihn tief beeindruckt. Diese Ehre erfülle ihn mit Freude und großer Dankbarkeit. Sie solle sich jedoch nicht nur über die Gewerbesteuer definieren, sondern die Menschen selbst erreichen. So bereite es ihm Freude beispielsweise den kulturellen Bereich der Lechstadt zu unterstützen oder sich für den Erhalt der altehrwürdigen Kirchen einzusetzen. Er selbst fühlte sich schon lange als Landsberger, doch mit dieser Ehrung könne er jetzt auch öffentlich mit Fug und Recht behaupten: „Ich bin ein Landsberger!“ Dem außergewöhnlichen Landsberger wurde drei Tage später, am Sonntag, eine weitere große Ehre zuteil. So erhielt Meister aus der Hand von Kunstminister Dr. Thomas Goppel das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. In seiner Laudatio lobte der Minister die Rational AG als einen der wichtigsten und qualifiziertesten Arbeitgeber in der Region. Darüber hinaus habe sich Meister als ein großer Mäzen der Stadt Landsberg gezeigt. Mit enormen Geldbeträgen, sowohl als Sponsoring aus dem Firmen- als auch aus dem Privatvermögen, unterstütze Meister das kulturelle Leben der Stadt. „Meister war und ist auch maßgeblich an der Renovierung und Sanierung der Orgel in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt beteiligt. Er stiftete das Orgelregister ,Tuba mirabilis‘. Nicht zuletzt spendete er erhebliche Summen für die Renovierung Landsberger Kirchen“, betonte Goppel.

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