Von Utting nach Sydney

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Heike Schneider, Gymnasial-Lehrerin aus Utting, engagiert sich jetzt beim Australischen Ableger der „Kleinen Forscher“, den „Little Scientists“ in Syndey.

Utting/Sydney – Während wir mit dem Schmuddelwetter hadern und auf den Frühling warten, sitzt Heike Schneider (32) bei 26 Grad und Sonnenschein am Strand des Pazifischen Ozeans. Wir erreichen die Uttinger Gymnasial-Lehrerin am Handy während eines fröhlichen Barbecues mit Kollegen der „Little Scientists“, dem australischen Äquivalent der deutschen Stiftung „Kleine Forscher“.

Seit Februar 2013 lebt die Uttingerin in Sydney. Sie bildet dort Erzieher/innen darin aus, entdeckendes und erforschendes Lernen in Naturwissenschaft und Technik in Kitas, Horten und Grundschulen umzusetzen. Grund der Strandparty: Die australische Regierung hat dem engagierten Team um Heike Schneider gerade eine Finanzierungszusage von umgerechnet 2,5 Millionen Euro gegeben. Die Pädagogin vom Ammersee hat in München Gymnasiales Lehramt für Deutsch und Geschichte studiert und ihr Referendariat am Olchinger Gymnasium absolviert.

Bevor sie voll in den Lehrerberuf einsteigen konnte, kam wie ein Blitz die große Liebe in Gestalt des Kanadiers Aaron, einem selbständigen Druckgewerbe-Fachmannes. Der wiederum lebt und arbeitet in Australien, wohin ihm Heike Schneider nach zwei Jahren Fernbeziehung folgte. Ein gewagter Schritt vom beschaulichen Utting mit 4.500 Einwohnern in die 4,6-Millionenstadt Sydney. Über eine gemeinsame Freundin erfuhr Heike Schneider von den „Little Scientists“ und war spontan begeistert, zumal diese Idee aus dem „Haus der kleinen Forscher“ in Deutschland kommt.

Diese größte frühkindliche Bildungsinitiative baut ihr Programm nicht nur hier kontinuierlich aus, sondern bekommt in vielen Ländern Ableger, wie eben in Australien. Man engagiert sich in der Weiterbildung von Pädagoginnen und Pädagogen, um bereits in der Kita, im Hort und im Ganztagsbereich der Grundschule spielend die Begeisterung der Kinder am forschenden Lernen zu fördern. Dabei stehen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik im Fokus. Es geht dabei nicht um die Entdeckung eines künftigen Nobelpreisträgers, sondern um das frühzeitige Erkennen von Talenten, um so vielleicht die schulische Ausbildung entsprechend den Begabungen anzupassen.

 Die Frühbildungsinitiative leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Bildungschancen, zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses und zur Professionalisierung des pädagogischen Personals. Und sie lebt vom Engagement vor Ort. Über 230 lokale Netzwerkpartner arbeiten eng mit der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ zusammen. Schirmherrin ist Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Wer sich hier näher informieren oder engagieren will, der findet auf der Website www.haus-der-kleinen-forscher.de alles Wissenswerte.

Heike Schneider macht die Arbeit beim australischen Ableger „Little Scientists“ riesigen Spaß und sie bereut den räumlichen und beruflichen Wechsel keine Minute. Wenn das Heimweh einmal doch zu viel drückt, dann macht sie sich auf den 17.000 Kilometer langen Weg an den Ammersee, wo sie Freunde in Utting besucht.

Dieter Roettig

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