Hammerharter Anstieg zum Titel

Fünf Starts, fünf Siege, die Quali für den Ironman auf Hawaii schon in der Tasche und jetzt auch noch der WM-Titel – der Landsberger Triathlet Peter Stallknecht eilt von Erfolg zu Erfolg. Auch jüngst bei der ITU-Weltmeisterschaft über die Langdistanz in Immenstadt ließ der 65-Jährige vom LAB Triathlon Team VfL Kaufering die Konkurrenz in seiner Altersklasse weit hinter sich und holte sich überlegen Gold. Auch bei den Damen ging ein Titel in den Landkreis: Katrin Esefeld von SC Riederau/LG Mettenheim siegte in der Altersklasse der 25- bis 30-Jährigen.

Es war ein hammerhartes Rennen, das die 830 Triathleten so schnell nicht mehr vergessen werden. Allein beim Eintauchen in das 18 Grad kalte Wasser des Großen Alpsees blieb so manchem Teilnehmer erst mal die Luft weg und dann noch diese Radstrecke in den Allgäuer Bergen: 130 Kilometer mit rund 2000 Meter Höhenunterschied. Wer hier noch keine Probleme hatte, bekam sie spätestens bei den abschließenden 30 Laufkilometern in sengender Hitze. So war es denn auch nicht verwun­-derlich, dass von 830 Startern, darunter 60 Profis, lediglich 628 die Ziellinie überquerten. Auch Peter Stallknecht hatte in allen drei Disziplinen seine Probleme. Beim Schwimmen etwa ging’s nach der letzten Boje auf einer fast zwei Kilometer langen Geraden gegen die aufsteigende Sonne zurück zur Wechselzone. „Das siehst du fast nichts mehr und kannst die Linie nicht halten.“ Gleichwohl war der Lechstädter mit seiner Leistung zufrieden: In 1:15 Stunden legte er die vier Kilometer im Alpsee zurück. Was dann folgt, konnte Stallknecht schon erahnen, da er am Wochenende vor der WM die Wettkampfstrecke bereits abgeradelt war. Die 130 Kilometer seien so hart gewesen, dass selbst Radspezialisten und Topathleten jammerten und Tempo rausnehmen mussten. „Bei Steigungen bis zu 18 Prozent und 2000 Höhenmetern bleibt dir auch nichts anderes übrig“, so Stallknecht, „andernfalls bringen dich Krämpfe zur Strecke.“ Immerhin kam beim Anstieg auf den Kalvarienberg in Immenstadt noch Tour-de-France-Feeling auf. Dort ließen tausende Zuschauer nur schmale Fahrgassen und peitschten die Triathleten mit dem ohrenbetäubenden Lärm ihrer Schellen und Kuhglocken den Berg hoch. Nach 4:31 Stunden stieg Stallknecht wieder vom Rad. Nach dem harten Radrennen entwickelte sich der 30-Kilometer-Lauf zu einem echten Kampf gegen den „inneren Schweinhund“. Drei Runden waren zu absolvieren, wobei die Sonne gnadenlos auf die Strecke brannte. „Trinken, trinken, trinken und dazwischen ein wenig essen – wer das nicht beachtete, ging gnadenlos unter“, sagt Stallknecht. Motiviert vom frenetischen Jubel der vielen Zuschauer teilte er seinen Lauf gut ein, war mit 3:04 Stunden aber nicht ganz zufrieden. Mit 8:55:55 Stunden landete Peter Stallknecht auf Platz 300 im Gesamtfeld und holte sich in seiner Altersklasse unangefochten den WM-Titel. Der zweitplatzierte Eli Iwens aus Belgien war fast 40 Minuten länger unterwegs. Die „Bombenstimmung“ bei der Siegerehrung – „Da kam Gänsehautfeeling auf!“ – tröstete Peter Stallknecht ein wenig darüber hinweg, dass ihn Ehefrau Christa an der Strecke zu seinem ersten WM-Titel nicht coachen konnte. Sie weilt bereits bei Tochter Monika in Seattle, um dort das Vorbereitungslager für den Ironman auf Hawaii einzurichten. Vielleicht kommt ja am 9. Oktober der sechste Sieg im sechsten Start dazu – das wäre dann der nächste WM-Titel für Peter Stallknecht.

Meistgelesene Artikel

Noch ein Protest-Kunstwerk

Holzhausen – Wie einst Asterix und seine Gallier gegen die Römer kämpfen Daniel Fusban und seine Holzhauser Mitbürger gegen die übermächtige …
Noch ein Protest-Kunstwerk

Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Kaufering – Die Freiwillige Feuerwehr der Marktgemeinde hat Nachwuchssorgen. Das war eines der brennenden Themen auf der diesjährigen …
Alarmstimmung bei der Feuerwehr

Ein Kreisverkehr ist out

Kaufering – Pendler, die morgens zur Hauptverkehrszeit auf der alten B17 in Richtung Landsberg unterwegs sind, kennen das Problem zur Genüge. Wenn …
Ein Kreisverkehr ist out

Kommentare