Hani-Soft hebt schwere Burschen - Superstarker Harvester beim Waldtag in Igling

Wirtschaftlicher, nachhaltiger und schonender Wald­bau mit dem Einsatz modernster Technik ist das Thema des diesjährigen Waldtags gewesen, zu dem die Waldbe­sitzervereinigung Landsberg gemeinsam mit dem Forstamt Fürstenfeldbruck am Freitag in die Wälder des Grafen Maldeghem bei Igling einlud. Die einzelnen Themen, die an insgesamt fünf Stationen veranschaulicht wurden, reichten von der Jungbestandspflege bis hin zur Starkholzernte. Hier kommt in der Region ein bislang in Deutschland einmaliges Holzerntegerät zum Einsatz: der Hani-Soft.

Ein wachsender Markt für Waldbesitzer ist der Energiemarkt. Wie minderwertiges Holz zu Brennhholz wird, demonstrierte Forstoberinspektor Wilfried Pförtsch. Die Stämme werden in einem landwirt­schaft­lichen Schredder zerkleinert und anschließend zu Hackschnitzeln verarbeitet. Der Schredder bewältigt enorme Mengen: durchschnittlich 100 Kubik­metern pro Stunde. „Der Markt für Energieholz ist ein Wachstumsmarkt“, betonte Pförtsch. Die veränderten Wachstumsbedingungen in Zeiten des Klimawandels beleuchtete Ludwig Pertl. „Der Wald wächst heute doppelt so schnell wie vor 50 Jahren“, so der Forstexperte. Grund seien unter anderem die um rund 14 Tage längeren Ve­ge­tationsperioden, die wiederum auf das wärmere Klima zu­rückzuführen sind. Um einen Wald zukunftsfähig zu machen, sollte ein 30-prozentiger Laubholzanteil vorhanden sein, so Pertl. Im Gegensatz zur flachwurzelnden Fichte kommen Laubbäume besser mit Wetterextremen wie Stürmen und Trockenheit zurecht. Eine sachgerechte Bestandspflege erläuterte Försterin Anna Karnold. Fichtenreinbestände sollten mit anderen Baumarten unterpflanzt werden. „Am besten ist ein Mosaik aus Fichte, Buche, Tanne, Eiche und Bergahorn“, so Karnold. Ein erhöhter Anteil an Laubhölzern ist auch für die Bodenqualität wichtig, denn Blätter werden schneller und besser in den Boden eingearbeitet als Fichtennadeln, die schlecht zersetzbar sind und langfristig zu einer Übersäuerung führen. „Schon eine einzige Buche im Fichtenbestand hilft dem Boden“, erklärte Karnold. Und: Qualitativ gute Bäume sollten durch Freistellung der Krone gefördert werden. Das heißt: „Alle zehn Meter einen schönen Baum stehen lassen und Bedränger entfernen.“ Wie das schnell und schonend vonstatten geht, erläuterte Erwin Schmid aus Riederau an der Station „Jungbestandspflege“. Hier schneidet ein Fäll-, Sammel- und Bündelfahrzeug einzelne Stämme gezielt und ohne Schaden in der Umgebung anzurichten. Dass das auch im Bereich Starkholzernte möglich ist, wurde eindrucksvoll an der fünften Station des Waldtags demonstriert. Hier war der Hani-Soft im Einsatz, ein in Deutschland derzeit einmaliger Harvester. Die Maschine schneidet tonnenschwere Bäume knapp über dem Boden, hebt sie senkrecht nach oben aus dem Bestand, zerschneidet und stapelt sie – das alles in kürzester Zeit. Übrigens: Waldbesitzer haben die Möglichkeit, zu allen Fragen kostenlose Beratungstermine mit den Revierförstern des Forstamts Fürstenfeldbruck zu vereinbaren.

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