Mit Zuzug gesegnet

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Ortsvorsitzender Mathias Neuner (rechts) und Geschäftsführer Christian Hettmer (links) des CSU-Ortsverbandes Landsberg übergaben die Ehrenurkunden: Sigrid Knollmüller und Hubert Schlee (3. und 2. von rechts) erhielten sie für 20 Jahre Mitgliedschaft, Fritz Kohler (2. von links) für ganze 45 Jahre.

Landsberg – Einigkeit herrschte am Dienstagabend bei der Hauptversammlung des CSU-Ortsverbands Landsberg im Überregionalen: Eine bundesweite Kandidatur der CSU 2017 hält Ortsvorsitzender Mathias Neuner für „nicht sinnvoll“, selbst wenn Horst Seehofer diese Option nicht ausschließt. Ansonsten stehe man hinter den Aussagen des Parteivorsitzenden, auch dessen Kritik an der Schwesterpartei sei berechtigt. „Die CDU hat in der Asylpolitik ihre linke Seite besser als die rechte abgedichtet, da konnte die AfD einbrechen“, ist Neuner überzeugt. Für die CSU sehe er diese Gefahr nicht, „sie ist einfach näher an der Bevölkerung“.

Im Stadtrat vertrete die Partei eine einheitliche Meinung, so Neuner. Das Gesamtkonzept für sozialen Wohnungsbau zeige ein klares Lösungsbild für eine Stadt, „die mit Zuzug gesegnet ist, auch wenn dadurch viele neue Herausforderungen entstehen“. Nicht umsonst sei Landsberg inzwischen „eine der steuerkräftigsten Städte in ganz Bayern“. Die Stadt habe zahlreiche Anfragen nach Gewerbegrundstücken, sodass man weiterhin im Sinne einer Ansiedlungspolitik auswählen könne. Auch den „Heimataspekt“ sieht Neuner verwirklicht: „Wir haben das Herkomermuseum renoviert, jetzt das Bayertor, nächstes Jahr kommt die Rathausfassade. Und auch das flächendeckende Breitband.“

Bisher sei der CSU im Stadtrat immer vorgeworfen worden, ihre Vorschläge durchzudrücken, begann Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Tobias Wohlfahrt seinen Bericht. Ihm komme es jedoch anders vor: „Die anderen zerreden die CSU-Vorschläge, sei es die Planung eines Ferienausschusses oder auch die Pflasterung der Herzog-Ernst-Straße“. Auch wenn die Situation generell besser werde, gäbe es immer noch Probleme: „Zwar diskutieren wir bereits am Montag in der Stadtratsvorbesprechung, aber das bringt fast nichts. Am Mittwoch kommt genau gleich nochmal von vorne.“ Er erhoffe sich mit der Entwicklung einer kommunalen Gesamtstrategie mehr Einigkeit.

Norbert Kreuzer ging in seinem Kreistagsbericht kurz auf das Thema Asyl ein, das in Landsberg „eigentlich ganz gut funktioniert“. Dennoch müsse man die Wohnsituation weiter verbessern, damit auch die 220 Fehlbeleger untergebracht werden könnten. Es gebe aber noch weitere Bauvorhaben. So müsse eine Lösung für die Platznot im Landratsamt gefunden und der Bau einer Feuerwehrausbildungsstätte in Pürgen finanziert werden. Kreuzer konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf das Landratsamt nicht verkneifen: Als die CSU bereits 2012 auf in Zukunft fehlende Kinderkrippenplätze hingewiesen habe, „hat man uns niedergemacht. Aber wir hatten eben doch recht.“

Finanziell stehe der Ortsverband gut da, berichtete Schatzmeister Michael Maas. Ende 2015 lag der Kontostand bei gut 17.000 Euro. Allerdings habe man 2015 lediglich 325 Euro Spenden erhalten, „das ist ausbaufähig.“ Neuner konnte beruhigen: Anfang des Jahres habe er bereits einige Personen angesprochen, „und schon jetzt haben sich die Spenden im Vergleich zum Vorjahr verzehnfacht.“

Susanne Greiner

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