"Hauruck" am Mühlbach für den Dießener Maibaum

Er ist 30 Meter lang, gut zwei Tonnen schwer und vor kurzem in Dießen eingetroffen. Rund um die Uhr bewacht, wartet er an einem geheimen Ort auf seinen großen Auftritt: Am Freitag zieht der neue Maibaum mit Blasmusik in der Marktgemeinde ein und wird nach dem Kräfte raubenden Aufstellen einen Tag lang gefeiert. Der Heimat- und Trachtenverein „d’Ammertaler Dießen-St. Georgen“ bereitet das im bayerischen Brauchtum verankerte Fest seit Monaten vor.

„In einer Januar-Mondnacht“, erzählt Andreas Huber, Vorsitzender der Trachtler, „haben wir die Fichte im Dießener Forst gefällt.“ Vor zwei Wochen begann der harte Kern der Trachtler auf Hochtouren zu arbeiten, meistens in der Nacht. Auf 20 Böcken gelagert, sollte der riesige Baum gut austrocknen, „dann haben wir es beim Aufstellen leichter“, schmunzelt der Huosigau-Vorplattler Florian Vief. Der Maibaum, den die Trachtler bereits im Wald entrindet haben, wurde vom Bast befreit und glatt geschliffen – fast liebevoll, Zentimeter für Zentimeter. Den Gockel poliert Im nächsten Schritt kamen Herbert Wammetsberger und Paul Patermann, die den mächtigen Stamm weiß strichen und mit blauen Rauten und Schnecken bemalten, „so wie wir es in Dießen g’wohnt sind.“ Die Zunftzeichen habe Sandra Sieber bereits aufgefrischt, „den Wettergockel für die Spitze natürlich auch.“ Längst vorbereitet ist der „blaue Eisenschuh“. Er wird dem Maibaum punktgenau angepasst. „Der muss genau sitzen, sonst gerät der Maibaum in Schieflage“, betont Huber. Dabei handelt es sich um einen Teil der Verankerung, die dem Baum an seinem bekannten Platz im grünen Spitz zwischen Mühlstraße und Fischerei für drei bis vier Jahre Standfestigkeit verpasst. Zehn Tage wachen Den Maibaum zu bewachen gehört auch zu den Vorbereitungen. Für zehn Nächte sind die Trachtenvereinsmitglieder eingeteilt, „auch die Madln machen mit.“ Unterstützt werden die Trachtler von der Feuerwehr, der MTV-Fußball-Jugend und zudem von Mitgliedern des Roten Kreuzes. „Es ist alles perfekt geplant und auch das Maifest gut vorbereitet“, kündigt Huber an und erzählt, wie die Dießener ihren Maibaum aufstellen: „Natürlich traditionell mit langen Stangen – dafür brauchen wir am 1. Mai, zwischen 10 und 12 Uhr noch handfeste Unterstützung.“ Die Trachtler hoffen auf viele starke Kerle, die spontan dazukommen und kräftig zupacken, denn maschinelle Hilfe gibt es nicht, „der Feuerwehrrüstwagen dient nur der Sicherung.“ Das um 10 Uhr beginnende Maifest an der Mühlstraße hat der Heimat- und Trachtenverein Dießen mit reichlich Programm bestückt. Es endet um 17 Uhr.

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