Zahlreiche Investitionen stehen an

"Auf die Füße gestiegen"

+
Der Kindergarten Don Bosco ist eines mehrerer öffentlicher Gebäude in Kaufering, an denen umfassende bauliche Maßnahmen anstehen.

Kaufering – Sanierung oder Abriss und Neubau – diese Frage stellt sich in Kaufering für den Kindergarten Don Bosco und das Feuerwehrhaus. Und das sind nicht die einzigen öffentlichen Gebäude, um die sich die Marktgemeinde in den nächsten Jahren kümmern muss. Hinzu kommen der Umbau des Bahnhofs und diverse Straßenbaumaßnahmen.

Es war eine lange Liste an Projekten, mit der sich der Finanzausschuss im Vorfeld der Haushaltsberatungen für 2017 befasste. Zunächst ging es nur um eine Vorstellung der anstehenden Maßnahmen, doch eine Festlegung der Prioriäten soll zügig folgen. Die Frage sei, was die Marktgemeinde sich in den kommenden vier Jahren leisten wolle und welche Darlehen sie dafür gegebenenfalls aufzunehmen bereit sei, so Bürgermeister Erich Püttner (UBV).

Die Ausführungen der Abteilungsleiter Hoch- und Tiefbau machten allerdings deutlich, dass sich einige Dinge kaum auf die lange Bank schieben lassen dürften. Der Kindergarten Don Bosco weist trotz seines jungen Alters von 15 Jahren erhebliche Baumängel auf: eine undichte Fassade, kaputte Holzfenster, Probleme mit der Statik, Wasserschäden und im Sommer extreme Aufheizung der Räumlichkeiten durch die schrägen Südfenster. „Da ist uns das Landratsamt schon ganz gewaltig auf die Füße gestiegen“, so Hochbauamtsleiter Hermann Bader.

Eine lange Mängelliste existiert auch im Zusammenhang mit dem Feuerwehrhaus. Demnächst soll im Gemeinderat ein entsprechendes Gutachten vorgestellt werden. Sanierungsbedarf haben auch das Rathaus, das Forsthaus, die Grund- und die Mittelschule, die Mittagsbetreuung am Franz-Senn-Weg und die Wohnanlage Donnersberger Straße auf. „Ich bin schockiert, was uns da an Sanierungslast bevorsteht“, kommentierte Manfred Nieß (CSU).

Ebenfalls nach Investitionen verlangt der Bereich Tiefbau, wie dessen Leiter Andreas ­Giampa deutlich machte. Da die Deutsche Bahn im Jahr 2019 den Gleisbereich des Bahnhofs umbauen will, müsse die Marktgemeinde nun auch ihre Hausaufgaben machen – sprich, einen barrierefreien Zugang von der Nordseite schaffen und weitere Maßnahmen aus einem bereits genehmigten Förderverfahren umsetzen.

Darüber hinaus stehen Straßensanierungen unter anderem am Höfle, der Schwiftinger und der Bahnhofstraße an, der Abschluss des Breitbandausbaus bis Ende 2017 sowie Wegebau und die Schaffung neuer Urnengräber auf den gemeindlichen Friedhöfen. Im Altort stehe unter anderem die Leitenbergstraße zum Ausbau an, so Giampa, und der Geh- und Radweg an der Hiltistraße müsse instand gesetzt werden. „Er ist ein einem miserablen Zustand.“ Außerdem sollten laut Betriebsleiter Peter Kawohl in den nächsten Jahren eine Reihe von Bauhoffahrzeugen ersetzt werden.

Wie es angesichts dieses Investitionsbedarf mit den zu erwartenden Einnahmen aussieht, erläuterte der Leiter der Finanzverwaltung Winfried Plaß. Demnach sieht die Lage etwas besser aus als in der Finanzplanung angenommen. Die Marktgemeinde profitiere heuer von deutlich gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 5,2 Millionen Euro – das sind 550.000 Euro mehr als erwartet. Bleibt das so, steht auch im kommenden Jahr eine zusätzliche halbe Million auf der Habenseite, so dass weniger aus den Rücklagen entnommen werden müsste und auch der Kredtitbedarf geringer wäre – „vorausgesetzt, die Kosten explodieren nicht“, schränkte Plaß ein. Ausgaben für Baumaßnahmen sollten seiner Ansicht nach vier Millionen Euro im Jahr nicht übersteigen.

Ulrike Osman

Meistgelesene Artikel

"Manchem pressiert‘s"

Weil – Kaum ein Tag vergeht, ohne dass im Weiler Rathaus eine Anfrage nach Bauland eingeht. „Die Nachfrage ist mehr als überdurchschnittlich“, …
"Manchem pressiert‘s"

Umbau für eine "strahlende Zukunft"

Landsberg – Aus Irland direkt in die Lechstadt: Richard Kingston (CMC Capital) hat am Mittwoch mit Erfolg für das neue Lechland-Center geworben. Eine …
Umbau für eine "strahlende Zukunft"

Konzept-Prüfung im Frühjahr

Kaufering – Die Umsetzung des Verkehrsleitbildes mit den Tempo-30-Zonen wurden in der Marktgemeinde zuletzt kontrovers diskutiert. Bei der …
Konzept-Prüfung im Frühjahr

Kommentare