Hausmüll in den Seeanlagen? Eine Hiobsbotschaft für Dießener Projekt

Bahnquerung, Seepodest und Festwiese der Seeanlagen – einstimmig hat der Marktgemeinderat vergangene Woche das Projekt für rund 290000 Euro vorangebracht. Allerdings gibt es eine große Unbekannte: Die Festwiese gehört zur Altlastenverdachtsfläche – im besten Fall ist dort Hausmüll vergraben.

Weil das Vorhaben über Konjunkturpaket und Städtebauförderung angemeldet ist, gibt es zeitlich wenig Spielraum. „Es hat oberste Priorität, bereits 2011 muss abgerechnet sein“, machte Bürger- meister Herbert Kirsch deutlich. Die Planungen des Büros Lex-Kerfers für das Seepodest fanden bei den Gemeinderäten große Zustimmung. Damit der Blick über das Schilf auf den See nördlich des Segelclubs wieder möglich ist, wird eine 80 Zentimeter hohe und 130 Quadratmeter große Plattform aus Lärchenholz gebaut. Zwei breite Holzbänke auf dem Podest, davon eine bewusst ohne Mittellehne, laden zum Entspannen ein. Dem hohen Podest ist ein 40 Zentimeter hohes Band vorgelagert, das ebenfalls zum Sitzen genutzt werden kann. Die Kosten für diesen Posten bezifferte Planer Robert Kerfers mit 81000 Euro brutto. Während der Weg zum Podest aus Kies bestehen soll, ist der Belag beim Überweg der Bahngleise als Verbindung in die Seeanlagen Asphalt mit einer Oberfläche aus eingestreuten Kieseln. Wie Kerfers erläuterte, bleibe so der Charakter einer Kiesfläche erhalten, der Radweg wird dann zu einem späteren Zeitpunkt wohl in Asphalt weitergeführt. Die Bahnquerung soll so grün, aber auch so flüssig und so selbstverständlich wie möglich gestaltet werden, so Kerfers. Alter Baumbestand bleibt bestehen, im Bereich der Rampe müssen jedoch einige Bäume weichen. Kostenpunkt brutto 49000 Euro. Landratsamt untersucht Bürgermeister Kirsch plädierte dafür, doch die komplette Festwiese in Angriff zu nehmen, statt nur einen Teilbereich mit Schotterrasen zu versehen. Und wartete als Begründung mit der Hiobsbotschaft Altlastenverdachtsfläche auf. Was sich wirklich unter der jetzigen großen Kiesfläche verbirgt, weiß man bisher nicht. Eine erste Untersuchung muss das Landratsamt tätigen. Obwohl Kirsch die anstehende Auswertung als Damoklesschwert bezeichnete, das über dem Projekt Seeanlagen hänge: „Ohne Wenn und Aber, Ziel muss es sein, die Altlastenverdachtsfläche zu bereinigen.“ Für die Umgestaltung der 7600 Quadratmeter großen Fläche sind rund 160000 Euro angesetzt.

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