Die Heimat liegt ihm am Herzen

Wenn Erwin Filser am Landratsamt vorbei fährt, dann macht er das mit einem „positiven Gefühl“. 18 Jahre lang, von 1984 bis 2002, war er in der Von-Kühlmann-Straße 15 selbst der Hausherr. Filser, der am Dienstag 70 Jahre alt wurde, blickt nicht weh­mütig auf die Zeit als Landrat zurück, sondern ist froh, die Landkreisverwaltung in guten Händen zu wissen. Sein Nachfolger Walter Eichner hatte zu Ehren Filsers in die Kreisbehörde geladen, um den 70-Jährigen mit dessen Familie, Wegbegleitern und Freunden aus Stadt und Landkreis Landsberg zu feiern.

Eichner gratulierte Filser „als einem überragenden Politiker und Menschen“ und hatte ein Geschenk für den Jubilar dabei. Es wird ihn zukünftig wieder an seine einstige Wirkungsstätte zurückführen und zwar in Öl auf Leinwand. Das großformatige Porträt für die Reihe „Landrat im Rahmen“ hat der Künstler Klaus Straubinger gemalt. Der Kreistag gab den Auftrag dazu. Viele Worte über seinen Geburtstag, die Zeit als Landrat und darüber wie er jetzt den Ruhestand verbringt, macht der Apfeldorfer nicht. Die Liste der Erinnerungen an viele Projekte und Beschlüsse ist lang: Unter Filser wurden viele Baumaßnah­men beschlossen und umgesetzt – etwa an der Sprach­heil­schule und am Klinikum in Landsberg, am Lechtalbad in Kaufering, Kreisseniorenheim in Vilgertshofen und an den Wertstoffsammelstellen im Landkreis. Unter Filser wurde das Landsberger Müllgebüh­ren­modell eingeführt, eine Wohn­baugesellschaft und der Kulturbeirat gegründet. Jetzt, beim Geburtstags-Empfang, denkt Erwin Filser vor allem an die Menschen, mit denen er in der Landkreisverwaltung zusammengearbeitet hat, und betont das gute Miteinander. Danke sagt er besonders den Mitarbeiterinnen im Vorzimmer dafür, dass sie ihn „ertragen hätten“. „Die Entscheidung 2002 das Landratsamt zu verlassen, war richtig“, so Filser im Nachhinein. Er, der so viele Ämter gehabt hat – auch für die CSU im Oberbayerischen Bezirkstag als Mitglied und als Präsident gewirkt hat – wollte nicht an seinen Funktionen kleben. Jungen Platz machen „In den letzten acht Jahren habe ich mich ganz bewusst zu­-rückgezogen“, erklärt der 70-Jährige. Er wollte rechtzeitig gehen und den Jungen Platz machen. Ruhiger, ist es um Filser – mit weniger Posten – schon geworden, Stillstand herrscht jedoch nicht: Sein Heimatdorf Apfeldorf, in dem seine kommunalpolitische Karriere 1972 als Bürgermeister begann, gestaltet er heute noch mit. Ganz besonders engagiert sich Filser bei der Sanierung des Pfarrhofs. Die Heimat und ihre Menschen liegen dem Lechrainer am Herzen. „In vier, fünf Wochen wollen wir beim Pfarrhof fertig sein“, erzählt er und freut sich, dass damit etwas für die Gemeinschaft und die Bürger entstanden ist. Beim Sport hat es ihm jetzt das Golfen angetan. „So manche Golfrunde hat’s aber in sich“, schmunzelt der frühere Fußball- und Eishockeyspieler. Nicht nur im Apfeldorfer Sportverein, sondern auch bei den Schützen, Gartenbauern, Trachtlern und im Soldaten- und Veteranenver­ein ist er Mitglied. Und Ehefrau Christa berichtet von dem Acker, auf dem ihr Mann, mit dem sie seit 45 Jahren verheiratet ist, Gemüse anbaut und so die ganze Familie versorgt. Das Ehepaar hat drei Kinder und vier Enkel. Im Sommerurlaub geht es bei den Filsers nach Spanien, auch dort ist man aktiv und spielt Golf. Was Filser ausmacht, ist Heimatverbundenheit und Bodenständigkeit, das bestätigt Pressesprecher Wolfgang Müller. Müller trat 1984, als Filser Landrat wurde, seinen Dienst in der Presseabteilung des Landrats­amtes an. In seiner Erinnerung sind da auch die sehr guten Wahlergebnisse des ehemaligen Chefs, der bei den Kommunalwahlen 1995 schier unglaubliche 92,33 Prozent er­- reich­te. Bezirkstagspräsident Josef Mederer würdigt Filser als verantwortungsbewusst und entscheidungsfreudig und lobte: „Der Name Filser ist bei uns immer noch hoch im Kurs.“

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