Preiswürdige Altbausanierungen

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Zweimal „Haus des Jahres“: Dr. Thomas Raff (links) überreichte die Auszeichnung an Dr. Gerald Krakauer, Michael Merkel, Dr. Astrid Krakauer und Ute Merkel.

Dießen – Ausstellungen im Taubenturm, Artist in Residence, das Dießener KurzFilmFestival, Theater-Aktionen, Goys „Letzte Montage“, der Weihnachtsmarkt im Klosterhof – all das und noch viel mehr ist der Heimatverein Dießen. Und natürlich „Das Haus des Jahres“. Davon sind heuer gleich zwei gekürt worden, wie Thomas Raff, Kunsthistoriker und 1. Vorsitzender des rührigen Kulturvereins, bei der Jahresversammlung verkündete. Im letzten Jahr war die Prämierung wegen der sonstigen Themenvielfalt ausgefallen.

Seit mehr als 30 Jahren verleiht der Heimatverein eine hochwertige Bronzeplakette in lockerer Folge an Eigentümer älterer Gebäude, die ihre Häuser im Sinne der Denkmalpflege renovieren oder sanieren, selbst dann, wenn diese gar nicht unter Denkmalschutz stehen. Dieser „private Denkmalschutz“, so Raff, sei der Jury besonders wichtig. 

Ein wesentliches Anliegen des Preises sei es, die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, wie reizvoll und absolut benutzbar ein gut saniertes älteres Gebäude sein kann. Das gilt natürlich ganz besonders für die beiden Häuser der diesjährigen Preisträger, Dr. Astrid und Dr. Gerald Krakauer (Probst-Herkulan-Karg-Straße 8) sowie Ute und Michael Merkel (Wengen 9). 

In seiner jetzigen Form dürfte das Gebäude an der Probst-Herkulan-Karg-Straße um 1900 errichtet worden sein. „Es steckt aber vermutlich ein noch etwas älteres Bauernhaus aus Tuffsteinmauern in dem Gebäude“, so Raff. Binnen zwei Jahren habe sich das marode Anwesen zu einem schönen und technisch hochmodernen Wohnhaus gemausert, das von der Straße aus gesehen so wirke, als hätte man es in seinen originalen Zustand zurückversetzt. 

Ein Schmuckstück ist insbesondere der hölzerne Balkonvorbau auf der Ostseite. Ringsum wurden die Fenster geschmackvoll erneuert und Fensterläden angebracht. So habe die Familie Krakauer ein Baudenkmal, das gar nicht in der Denkmalliste steht „gerettet“ und der Allgemeinheit einen „höchst erfreulichen An­blick“ geschenkt.

Erfreulich sei auch der Anblick des kleinbäuerlichen Anwesens Wengen 9, das auf das 18. Jahrhundert zurückgeht und bis in die 20er Jahre im Besitz von Schustern war. „Was uns veranlasst hat, diesem Haus den Preis zu verleihen, ist gerade die Tatsache, dass ein so schlichtes, kleines Gebäude erhalten und liebevoll erneuert wurde“, betonte Raff. 

Da auch dieses Haus nicht unter Denkmalschutz steht, könne man sich leicht ausmalen, wie die meistern Erwerber damit umgegangen wären „Niemand, kein Denkmalamt, keine Ortssatzung, hätte die Eigentümer an Abbruch und Neubau hindern können“. Umso mehr, so Raff, solle der Preis jene hervorheben, die sich „mit so viel Geschmack, Sachverstand und Leidenschaft für die Erhaltung des architektonischen Erbes einsetzen“. Am Sonntag, 10. Mai, von 11 bis 16 Uhr findet in beiden Häusern ein „Tag der offenen Tür“ statt.

Ursula Nagl

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