Heiße Fäustli im kalten Wies’n-Zelt

Die Revanche der Peißenberger Boxer ist gelungen. Nach der Niederlage in der Schweiz bezwang die TSV-Staffel den BC Zürich auf der Landsberger Wies’n mit 14:12. Die Zuschauer bekamen dabei durchwegs hochklassigen Boxsport von den zahlreich vertretenen schweizer und bayerischen Meistern geboten.

Unterschiedliche Ansichten über Kampfrichterentscheidungen sind beim Boxen nichts Außergewöhnliches. Das Duell im Landsberger Festzelt bildete aber eine rühmliche Ausnahme. Beim Sieg der Peißenberger Riege boten nicht nur die Kämpfer im Ring eine starke Vorstellung, auch die Herren in Weiß lagen bei ihren Urteilen durchwegs voll im Schwarzen. „An den Kampfrichtern gab es überhaupt nichts auszusetzen. Die urteilten einwandfrei“, war der oft kritische TSV-Boxchef Sigi Willberger überaus zufrieden. Weniger glücklich war er dagegen über die magere Kulisse. Nur rund 350 Boxfans, die allerdings voll auf ihre Kosten kamen, fanden den Weg in das Landsberger Wies’n-Zelt. „Die Züricher haben immer eine starke Garde dabei“, lobte TSV-Coach Jürgen Grimbs die von Schweizer Meistern nur so strotzende Besetzung der Eidgenossen. Die TSV-Staffel hielt gegen die Züricher jedoch von Beginn an voll dagegen. Besonders die beiden Kämpfe vor der Pause hatten es in sich. Florian Hackinger (Mittelgewicht) lieferte sich mit Nik Kieshnik einen erbitterten Fight. In dem Duell dieser erfahrenen Boxer verzeichnete der schweizer Meister in den ersten beiden Runden leichte Vorteile. Hackinger, durch eine blutende Nase gehandicapt, bot jedoch einen starken Schlussspurt, der am Ende jedoch nicht ganz reichte, um die knappe Punktniederlage zu verhindern. „Das war ein Mordskampf“, lobte Willberger danach. Ähnlich gut präsentierte sich auch Christof Wittur (Halbwel-tergewicht) im Duell mit Besir Vejseli. Im Vergleich der beiden 20-Jährigen verpasste der Pei-ßenberger dem eidgenössischen Landesmeister gleich im ersten Durchgang einige Wirkungstreffer. In der dritten Runde wurde der Schweizer sogar angezählt. Wittur ging letztlich als verdienter Punktsieger aus dem Ring. Auch nach der Pause blieb das Niveau des spannenden Mann-schaftsvergleichs hoch. Besonderen Eindruck hinterließ Anatoli Rimmer (Weltergewicht), der Egzon Maliqai förmlich vor sich her trieb. Der Schweizer Titelträger versuchte den wuchtigen Schlägen von Rimmer vergeblich auszuweichen. Immer wieder prasselten die Schläge des Peißenbergers auf ihn ein, was die Punktrichter auch mit einem verdienten Sieg von Rimmer quittierten. Den Teamerfolg der TSV-Staffel machte aber erst Vartanes Awetisjan (Halbschwergewicht) im letzten Kampf perfekt. Nach verhaltenem Beginn lieferte er sich mit Enes Zecirevic in der letzten Runde einen richtigen Schlagabtausch, bei dem der Peißenberger Gastboxer nicht zuletzt aufgrund einer Verwarnung des schweizer Meisters wegen Schlagens mit der Innenhand, knapp die Nase vorne hatte. „Das war ein würdiger Abschluss eines gutes Boxtags“, resümierte Willberger. Die weiteren Ergebnisse, Peißenberger zuerst genannt: Im Duell der Neulinge setzte sich Sigi Schmittner (Schüler Papiergewicht) gegen Vadim Gorte nach Punkten durch. Stefan Morariu (Halbschwergewicht) wird im Kampf gegen Eljes Kamili zweimal angezählt, wenig später bricht der Ringrichter den Kampf ab. Max John (Halbschwergewicht) liefert sich mit Denis Kabisic einen ausgeglichenen Kampf, den der Peißenberger knapp für sich entscheidet. Levan Janigava (Schwerge­- wicht) kommt gegen Seid Dzemaili erst spät in Schwung. Die Punktniederlage war da aber nicht mehr zu verhindern. Und Roman Gorst muss sich in einem typischen Schwergewichtskampf dem schweizer Meister Nawshirwan Barazinje nach Punkten knapp geschlagen geben. Bereits am Samstag sind die Peißenberger Boxer erneut im Einsatz. Dann treffen sie in Augsburg auf den gastgebenden BSC Bayern 02.

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