Stadtbus nicht in Gefahr

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Weil Nutzerzahlen und Kostendeckung sinken sollte man nach Ansicht von CSU-Fraktionschef Helmut Weber über die Zukuft des Stadtbusses nachdenken.

Landsberg – „Auf die nächsten 20 Jahre“ stieß OB Mathias Neuner jüngst beim 20. jährigen Jubiläum des Stadtbusses an – zumindest, wenn es nach Helmut Weber geht, ist die Zukunft der Einrichtung allerdings offenbar nicht ganz so sicher.

„Nutzerzahlen und die Kostendeckung sinken erheblich“, merkte der CSU-Fraktionschef zu der entsprechen- den Statistik der Kämmerei im Rahmen der Haushaltsberatungen an. Weber weiter: „Wenn man sich das anschaut und die Finanzen konsolidieren will, muss man auch einmal über die Zukunft des Stadtbusses nachdenken.“

In der Tat sind die Fahrgastzahlen zuletzt rückläufig. Von 571000 beförderten Personen (2009) sanken die Werte stetig, zuletzt von 483000 (2012) auf 452000 (2013). In den beiden letzten Jahren ging auch die Kostendeckung von knapp 40 auf 32 Prozent zurück, zuvor waren die Erlöse noch gestiegen – was einen einfachen Grund hat, wie Nahverkehrsexperte Dietmar Winkler vom Landratsamt weiß: „Wir haben alle zwei Jahre die Tarife erhöht.“ Die Zahl der verkauften Fahrkarten sei dagegen kontinuierlich weniger geworden. 

20-Prozent-Grenze 

Wie groß zuletzt die Einbußen wegen des zweijährigen Hauptplatzumbaus waren, das kann Winkler nicht beziffern. Aber: „Richtig ist, dass wir in dieser Zeit in weiten Bereichen keine Fahrplanstabilität mehr hatten.“ Dazu machen sich nach den Erfahrung des ÖPNV-Experten auch andere Einflüsse bemerkbar: „Die neue Linie 30 fährt ja auch im Stadtverkehr, da gibt es sicherlich Hol- und Bringeffekte.“ Grundsätzlich sieht Winkler den Stadtbus trotz des höheren Defizits – es wird zu gleichen Teilen von Stadt und Landkreis getragen – noch nicht in Gefahr. „Es steht bei der Kostendeckung seit Jahren von seiten der Träger eine Grenze von 20 Prozent im Raum.“ Er will allerdings nicht völlig ausschließen, dass diese Marke nach unten durchbrochen wird, „das kann schnell passieren, wenn zum Beispiel eine neue Linie dazukommt.“ 

Auch andersherum wird allerdings ein Schuh daraus. Die Linien 1 und 2 seien „die Träger" der Einnahmen beim Stadtbus, 3 und 5 hielten sich als Verlustbringer etwa die Waage. „Ohne, dass irgendetwas in dieser Richtung angedacht ist, wäre man rechnerisch schnell wieder oben, wenn man zum Beispiel die Linie 5 einstellen würde.“

Christoph Kruse

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