Herausforderung Stadtleben

Nur ein paar Schritte sind es bis zum Bayertor und schon sind sie mitten im Stadtzentrum. Die Menschen mit Behinderung, die in der Hans-Kistler-Straße 13 a leben, wissen um diesen Vorteil ihres Zuhauses. Der freundlich und offen wirkende Bau ist Teil des Magnusheims Holzhausen und beher- bergt zwei Wohngruppen mit 16 Frauen und Männern im Alter von 20 bis Mitte 40 Jahren. Eingezogen sind sie dort schon im letzten Jahr – gesegnet worden ist ihr neuer „städtischer“ Lebensraum am Freitag und gefeiert wurde dann ebenfalls – mit den Mitarbeitern des Magnusheims und Vertretern von Stadt und Kirchen aus Landsberg.

„Mit dieser Wohngruppe setzen wir den Weg fort, möglichst viele Menschen mit Behinderung in der Stadt zu integrieren.“, erklärte Ulrich Hauser, Gesamtleiter von Regens Wagner Holzhausen. Inzwischen sei das Magnusheim bereits mit fünf Wohngruppen vertreten und 40 Prozent der Bewohner würden bereits in Landsberg oder in Buchloe leben, informierte Hauser weiter. „Es ist heute euer Fest“, richtete er sich direkt an die Mitglieder der beiden Wohngruppen „Phoenix“ und „Jupiter“. Sehr selbstständig könnten diese ihren Alltag bestimmen und je nach Bedarf Hilfe annehmen, gab anschließend Lisbeth Jousma Auskunft. Sie arbeitet als eine von 15 Voll- und Teilzeitbeschäftigten in dem neuen Haus. „Einen Tag in der Wohngruppe“ stellte dann die Bewohnerin Susanne Rebhan von der Jupiter-Gruppe vor. Die Bewohner, die in den Magnuswerkstätten arbeiten, unternehmen in ihrer Freizeit viel in der Stadt: Eis essen, ins Kino gehen und Spaziergänge stünden dabei an. „Wir haben uns gefreut, in ein so schönes Haus einzuziehen“, sagte Rebhan. Das Stadtleben bedeutet aber auch eine Herausforderung für die Menschen mit Behinderung. „So müssen die Bewohner lernen, mit den vielen Angeboten, die es hier gibt, zurechtzukommen“, erklärte Bereichsleiterin Gertrud Driendl. Anders als auf dem Dorf, zum Beispiel in Holzhausen, sei hier die Verlockung auch zu viel einzukaufen höher und auf den Straßenverkehr in der Stadt müsse man sich einstellen. In hellem Rot ist das Wohngruppen-Haus in der Hans-Kistler-Straße gestrichen. Das „schöne Objekt“, wie Architekt Reinhard Schulz sagte, ist nach Süden hin ausgerichtet und öffnet sich ins Freie: So hat die Gruppe Phoenix, die im Erdgeschoss wohnt, direkten Zugang in den Garten. Im ersten Stock der Jupiter-Gruppe zieht sich ein breiter Balkon an der Fassade entlang. Auch ganz oben, im zweiten Geschoss, wo vier Bewohner in eigenen Appartements leben, ist die Öffnung nach Süden durch einen Balkon verwirklicht. Bei der Einweihungsfeier mit sonnigem Wetter wurde der offene Eindruck des Wohngruppen-Hauses sogleich augenscheinlich – Bewohner, Betreuer und Feiergäste wechselten immer wieder von draußen nach drinnen.

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