Blues-Brandner und Dirty Kathy

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Rissen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin: der Südtiroler Herbert Pixner (2. v. rechts) und seine Musiker.

Landsberg – Samstagabend im Stadttheater, der altehrwürdige, bis auf den letzten Stehplatz besetzte Saal gleicht einem Hexenkessel: Klatschen, Jubel, Stampfen, Bravo-Rufe noch während der Stücke, eine solche Stimmung hat man lange nicht erlebt. Dabei steht hier keine Teenie-Boygroup auf der Bühne, nein, im Publikum findet sich gar der ein oder andere Tracht-Träger. Was war da los? Herbert Pixner war los!

Lang hatte es gedauert, bis sich in den gut gefüllten Terminkalendern des Stadttheaters und der Band eine „Schnittmenge“ auftat, erklärte Musikprogramm-Macher Edmund Epple zuvor. Doch das Warten hatte sich gelohnt. Kaum spielten die Vollblut-Musiker um den charismatischen Ausnahme-Akkordeonisten Herbert Pixner die ersten Töne, merkten auch die, die nicht bereits Fans waren, schnell: hier passiert etwas ganz besonderes.

Alpenländische Klänge, Ska, Blues, Weltmusik – hier sind die Grenzen fließend, verschmelzen die Stile zu etwas ganz Eigenem, dem man sich nicht entziehen kann; Pulsierende, treibende Rhythmen, ein virtuoses Spiel mit Dynamik, wunderschöne Melodien und nicht zuletzt die eigenwillige Instrumentierung (Harfe: Heidi Pixner, Gitarre: Manuel Randi, Bass: Walter Unterlechner, steirische Harmonika, Trompete: Herbert Pixner). Da mischt sich ein bayerischer „Zwiefacher“ mit Michael Jacksons „Dirty Diana“, wird die schaurige Sage der „Hiartabua“ als Rockballade vertont oder das letzte Konzert des „Blues Brandner“ nachgespielt – mit dem Blues namens „Stirb langsam“. Dazu geniale Eigenkompositionen von Manuel Randi oder Pixners Schwester Heidi – das bezaubernde Harfensolo „Alba“.

Berge und mehr Doch es geht auch anders, fast meditativ: das ruhige „Morgenrot“, mit dem Pixner den Sonnenaufgang in den Bergen interpretiert hat. Überhaupt die Berge: Herbert Pixner, aus dem Passeiertag, erzählt viel von seiner Zeit als Almhirte, betont das Tirolerische (im Gegensatz zu Manuel Randi, der ja aus Bozen stammt und daher Italiener ist, aber: Italiens bester Flamenco-Gitarrist). Mit trockenem Humor kommentiert er die Songs, erzählt Geschichten, flirten Manuel Randis Augen mit dem Publikum. Und immer ist da diese enorme Bühnenpräsenz.

Während der Stücke, bei denen die Musiker fast ständig Blickkontakt halten, knistert die Luft bis in den Zuschauerraum hinein. Diese Spannung entlädt sich am Schluss mit einem tosenden, nicht enden wollenden Beifall. Die Musiker bedanken sich mit vier Zugaben. Ein fulminanter Abschluss der Musikveranstaltungen.

Patricia Eckstein

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