Ein Herz für Familien

Martina Moritz. Foto: Hollrotter

Ihr Herz schlägt für Kinder, Jugendliche und Familien, die in Krisen Hilfe und Unterstützung brauchen. Fast ihr ganzes Berufsleben hat Martina Moritz ihnen gewidmet – als selbstständige Sozialpädagogin und als Mitarbeiterin einer Beratungsstelle in Augsburg. Jetzt bringt die 44-Jährige ihre Erfahrung und Leidenschaft als Bereichsleiterin der SOS-Sozialpädagogischen Familien- und Jugendhilfe (SFJ) ein.

Eigentlich hat Moritz sich in Augsburg sehr wohl gefühlt. Doch dann lernte sie über einen Mitarbeiter der SOS-Sozialpädagogischen Familienhilfe die Einrichtung in Landsberg kennen – und fühlte sich sofort angezogen. Zum einen gefielen ihr die „offen Atmosphäre“ und die „sehr gut ausgebildeten, fachlich versierten“ Mitarbeiter. Zum anderen lockte sie die Herausforderung, denn ihre jetzige Stelle gab es so bislang noch nicht: Bis zu ihrem Amtsantritt im vergangenen Jahr gehörte die SFJ zur SOS-Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in der Spöttinger Straße. Nun ist es ein eigener Bereich – zusammen mit dem Team des Treffpunktes Familie in Neuaubing. So konnte Moritz eigene Strukturen und ein neues Führungskonzept für die insgesamt 15 Mitarbeiter aufbauen. Die Aufgabenfelder sind an beiden Standorten gleich: Ein Großteil der Hilfesuchenden erhält die so genannte Familienhilfe. Dabei unterstützen die Mitarbeiter im Krisenfall Familien nicht nur mit pädagogischen Beratungen, sondern bei Bedarf auch mit praktischen Hilfestellungen rund um Haushaltsorga­nisation, Kochen, Geld oder im Umgang mit Ämtern. Dieser Aufgabenbereich ist der gelernten Erzieherin aus ihrer freiberuflichen Tätigkeit ebenso vertraut wie die Erziehungsbeistandschaften: Dabei stehen Kinder im Mittelpunkt, die „viel Bedarf“ haben und denen unter Einbeziehung ihres sozialen Umfeldes anhand gemeinsam entwickelter Ziele geholfen wird. Zum Arbeitsfeld in Landsberg gehören aber auch der begleitete Umgang in schwierigen Trennungssituationen sowie das Betreute Einzelwohnen für Jugendliche, bei dem junge Menschen beim Schritt in die Selbstständigkeit unterstützt werden. Sämtliche Hilfen werden ausschließlich über die Jugendämter vermittelt, erklärt Moritz. Die haben etwa in Landsberg und München unterschiedliche Arbeitsweisen und Abrechnungsmodalitäten – für sie wieder eine Herausforderung, aber auch nichts Neues: Als Freiberufliche arbeitete sie bereits mit verschiedenen Jugendämter zusammen und lernte „zu switchen“. Außerdem liebt sie die Abwechslung und ist Neuem gegenüber stets aufgeschlossen. So absolvierte Moritz immer wieder Aus- und Fortbildungen, zum Beispiel in Hypno­- therapie und Traumapädagogik, in kultursensibler Beratung und als systemische Familientherapeutin oder in Erlebnispädagogik. Letztere liegt Moritz besonders am Herzen. So hat sie unter anderem Projekte mit Hochseilgarten oder Pferden geleitet. Denn oft, weiß sie aus Erfahrung, gelingt die Kontaktaufnahme bei stark traumatisierten Kindern am besten über ein gemeinsames Erleben. Ihr Wunsch ist es, Kindern, die „durch alle Systeme durchrutschen“ etwas in dieser Richtung anzubieten und ihnen dabei den Spaß und die Freude zu vermitteln, die sie selbst an ihrer Arbeit hat. Außerdem will sie aus den Bedürfnissen der Ratsuchenden heraus weitere Projekte, eventuell auch in Kooperation mit anderen Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Familien entwickeln.

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