"Regenbogen" schwächelt

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Der in ein größeres Wohngebäude eingebettetet BRK-Kindergarten „Regenbogen“ im Gewerbegebiet ist in die Jahre gekommen und nicht mehr ausgelastet.

Landsberg – Die Kindergartenplätze in der Lechstadt sind nahezu voll belegt. Allenfalls der ungünstig im Gewerbegebiet gelegene Kindergarten „Regenbogen“ des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hätte noch Reserven, müsste dazu aber personell wieder erweitert und räumlich aufgewertet werden. Kenner der Gegebenheiten sagen: Das lohnt sich nicht – der Sozialausschuss des Stadtrats sollte die Einrichtung gemeinsam mit dem BRK „an neuem Standort neu aufsetzen“.

Eigentlich ist es nur ein turnusmäßiger Bericht der Stadtverwaltung, den der Stadtrat in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch (18.30 Uhr) hört, aber er hat schon im Vorfeld für Aufsehen gesorgt. In der Vorlage für das Gremium heißt es nämlich, der Kindergarten in der Lechfeldstraße sei „wegen hohem Migrationsanteil unausgelastet“

 Das klingt, als wenn die Einrichtung von deutschen Eltern gemieden würde. BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner bestätigte auf Anfrage des KREISBOTEN zwar, dass die Anmeldezahlen gesunken seien. Allerdings resultiere der Rückgang wohl vor allem aus den Gegebenheiten vor Ort. „Die Einrichtung ist in die Jahre gekommen“, habe Renovierungsbedarf und müsse auf Nachbarn im gleichen Gebäude Rücksicht nehmen. Außerdem erreiche man Wald und Wiese erst mit öffentlichen Verkehrsmitteln. „Der Regenbogen ist ein viel zu lang aufrecht erhaltenes Provisorium.“ Zwar sei tatsächlich ein großer Prozentsatz der Kinder (zumindest anfänglich) nicht deutschsprachig; dass die Anmeldezahlen deswegen rückläufig gewesen seien, konnte Lehner aber nicht bestätigen – „davon wissen wir nichts“.

Die zweite Unschärfe in der Vorlage betrifft die Angabe, das BRK habe auf die zurückgegangenen Anmeldezahlen „aus wirtschaftlichen Gründen“ reagiert. Richtig sei, so Lehner, dass die Stadt – wie bei anderen freien Trägern auch – die Defizite der Einrichtung trage. Das BRK sei daher gehalten, sich am empfohlenen Anstellungsschlüssel von einer pädagogischen Fachkraft zu zehn Kindern zu orientieren. Das wird durch die Vorlage der Stadtverwaltung sogar bestätigt – allerdings am Ende des Papiers und in anderem Zusammenhang.

Im Stadtrat besteht daher wohl Einvernehmen, das Thema in den Sozialausschuss zu vertagen und dort nach einem neuen Standort für den Regenbogen zu suchen – und zwar so, dass bestehende Einrichtungen nicht tangiert werden und die Stadt gleichmäßig mit Kindergartenplätzen versorgt ist.

Dabei wird der Ausschuss wohl aufgreifen, was die Verwaltungsvorlage im Amtsdeutsch so auszudrücken ver­sucht: „Trotz eines rechnerischen Überhangs an Kindergartenplätzen gestaltet sich die Bedarfsdeckung, insbesondere bei Zuzügen während des Betreuungsjahres und bei voraussichtlich künftigem Familiennachzug anerkannter Asylbewerber auf Grund der Platzreduzierung durch Integration und derzeit fehlender Verfügbarkeit über vorhandene Plätze schwierig.“ Anders formuliert: Wegen Zu- und Nachzug braucht Landsberg schon bald deutlich mehr Kindergartenplätze als bisher.

Werner Lauff

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