Hilfe bei der Berufswahl

Haben die Landsberger Ausbildungsmesse im vergangenen Jahr gemeinsam ins Leben gerufen: Die Organisatoren Jan Kyri, Daniel Höfer, Markus Wasserle (stehend v. li.) und Jonas Pioch (vorne). Foto: kb

Schon die 1. Landsberger Ausbildungsmesse im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg. 1400 Schüler nutzten die Gelegenheit, um sich bei 66 Firmen über Ausbildungs- und Praktikumsplätze zu informieren. Gut zweieinhalb Monate vor der Neuauflage der Veranstaltung am 30. September steht fest, dass dies nur der Anfang war. Mit über 90 Unternehmen und knapp 2000 angemeldeten Schülern übertrifft die 2. Ausbildungsmesse im Sportzentrum bereits jetzt die kühnsten Erwartungen der Organisatoren.

„Wir sind von den Firmen regelrecht überrannt worden“, blickt Jonas Pioch auf die letzten Wochen zurück und kann sich ein stolzes Lächeln nicht verkneifen. Kein Wunder, denn mit einer derartigen Entwicklung hatten weder der Student noch seine Mitstreiter Markus Wasserle, Daniel Höfer und Jan Kyri gerechnet, als sie die Ausbildungsmesse im vergangenen Jahr aus der Taufe hoben. Ihre Idee, Unternehmen und Schülern eine gemeinsame Plattform zum gegenseitigen Kennenlernen zu bieten, war nicht neu. „In München und Augsburg gibt es solche Messen schon seit Jahren“, erklärt Pioch. Der Landkreis Landsberg sei dagegen in dieser Hinsicht ein „weißer Fleck“ gewesen. Das habe man ändern wollen. Waren vor der Premierenveranstaltung im vergangenen Jahr noch unzählige Telefonate und Gespräche nötig, um die Unternehmen und Schulen für ihre Idee zu begeistern, konnten sich die Organisatoren heuer vor Anfragen kaum retten – mit ungeahnten Folgen. „Wir haben irgendwann festgestellt, dass wir schon 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche mehr verkauft hatten als uns zur Verfügung steht“, erklärt Wasserle. Also orderte das Team kurzerhand ein 750 Quadratmeter großes Zelt, um dem zusätzlichen Bedarf gerecht zu werden. Damit sich der Aufbau und die Kosten dafür lohnen, suchen die Organisatoren derzeit nach jemandem, der das Zelt an den Tagen nach der Messe für kulturelle Veranstaltungen nutzt. Wie sehr der Stellenwert der Ausbildungsmesse binnen einem Jahr gestiegen ist, lässt sich auch am Beispiel Rational ablesen. Hatte der Landsberger Weltmarktführer für Profiküchengeräte im vergangenen Jahr noch auf eine Teilnahme verzichtet, meldete das Unternehmen diesmal von sich aus frühzeitig Interesse an. Wie im vergangenen Jahr ist die Palette an Firmen auch heuer bunt gemischt. Erstmals haben die Veranstalter zudem Hochschulen und Universitäten für einen Auftritt gewinnen können. Bemerkbar macht sich das beschlossene Aus für die Wehrpflicht: So wirbt die Bundeswehr im Vergleich zum Vorjahr mit einem zusätzlichen Info-Truck um den Nachwuchs, das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk sind erstmals mit einem Stand vertreten. Auch auf die Kritik, dass bei der Premiere zu wenige für Frauen geeignete Ausbildungsrichtungen vertreten waren, haben die Organisatoren reagiert. Man wolle passende Berufe nun besser kennzeichnen, zudem seien klassische Frauenberufsfelder wie der Pflegebereich diesmal besser vertreten, sagt Wasserle. Einzig die Ärzteschaft fehlt derzeit im Portfolio. „Vielleicht meldet sich da noch jemand“, hofft Pioch. Noch habe man rund 80 Quadratmeter Ausstellungsfläche zu vergeben. Anders als 2010 ist der Besuch der Ausbildungsmesse diesmal nicht nur Schülern vorbehalten. Am Nachmittag steht sie allen Interessierten offen. Die Verlängerung und Ausweitung des Besucherkreises habe man auf Anregung der Firmen vorgenommen, die sich eine Einbindung der Eltern gewünscht hätten, so Wasserle. Dann wird auch der bayerische Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch, der diesjährige Schirmherr der Veranstaltung, die Messe in Augenschein nehmen. War der Zutritt zur Veranstaltung im Vorjahr noch komplett kostenlos, müssen Besucher in diesem Jahr zwei Euro für den Eintritt zahlen. Den Rest der Kosten hoffen die ehrenamtlichen Organisatoren über Standgebühren und Sponsoren zu decken und so diesmal rote Zahlen zu vermeiden. Ein Teil des Eintrittsgeldes fließt dabei in eine weitere Neuerung: Eine Messezeitschrift liefert den Schülern alles Wichtige noch einmal schwarz auf weiß. Weitere Informationen im Internet unter www.ausbildungsmesse-landsberg.de.

Meistgelesene Artikel

Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Landsberg – Die Stadt hat den Bewohnern der Schwaighofsiedlung, dem Bauträger und den Interessenten für die 23 Reihenhäuser an der Jahnstraße im Jahr …
Die Stadt vergisst, was sie zugesagt hat

Noch ein Protest-Kunstwerk

Holzhausen – Wie einst Asterix und seine Gallier gegen die Römer kämpfen Daniel Fusban und seine Holzhauser Mitbürger gegen die übermächtige …
Noch ein Protest-Kunstwerk

"Wir wollen Hilfe zurückgeben"

Landsberg – Mal eben den Rasen mähen oder kurz zum Arzt fahren – kein Problem für die Meisten. Alleinstehende oder Senioren stoßen jedoch mit diesen …
"Wir wollen Hilfe zurückgeben"

Kommentare