Wachstum auf ganzer Linie

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Bei Hirschvogel blicken die Geschäftsführer auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Highlight in Denklingen war auch der Neubau einer Produktionshalle.

Denklingen – Letztes Jahr verkündete man bei der Denklinger Hirschvogel Automotive Group noch, dass man erstmals beim weltweiten Umsatz die 800-Millionen-Euro-Grenze überschritten habe. Bei der diesjährigen Pressekonferenz des Familienunternehmens hatte nun der für die Produktion zuständige Geschäftsführer Frank M. Anisits eine weitere frohe Botschaft: „2016 werden wir wohl die eine-Milliarde-Umsatz-Marke knacken.“ Ein weiteres Highlight für den Hersteller von Automobilteilen: Im Stammwerk in Denklingen konnte die neue 10000 Quadratmeter große Produktionshalle 16 fertiggestellt werden.

Als „Glück des Tüchtigen“ bezeichnete Geschäftsführer für Vertrieb, Einkauf und Entwicklung Dr. Thomas Brücher die Umsatzsteigerung bei Hirschvogel. 2014 sei „ein gutes Jahr“ gewesen mit Wachstum in vielen Märkten. Man gehe für das Jahr 2014 von einem Gesamtumsatz von über 870 Millionen Euro aus, was eine Steigerung von etwa acht Prozent zum Vorjahr entspreche. „Sehr erfreulich“, so Brücher, sei außerdem, dass alle Standorte weiter wachsen konnten. Das stärkste Wachstum sei dabei beim Standort China zu verzeichnen gewesen, was wohl auf die Inbetriebnahme einer neuen Produktionsanlage in Pinghu sowie den Serienanlauf der Aluminiumumformung zurückzuführen ist. 

Doch auch die Werke in Denklingen und Schongau hätten zum Wachstum beigetragen, so Finanzchef Dr. Alfons Hätscher. In der neuen Halle 16 in Denklingen befindet sich derzeit beispielsweise eine Kaltfließpresse im Aufbau. Ab März dürfte dort die Serienproduktion der ersten Bauteile starten. In den nächsten zwei bis drei Jahren rechnet man dadurch mit etwa 100 neuen Arbeitsplätzen, fügt Produktionschef Anisits an. 

Auch in Schongau konnte die neue Halle 6 fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Und es wird weiter expandiert: Mit dem Neubau der Halle 7 konnte bereits Ende des Jahres begonnen werden. 

Die Prognosen für das kommende Jahr „streuen stärker“, meint Dr. Thomas Brücher, aber „wir sind Optimisten“. Man glaube auch für 2015 an ein Wachstum zwischen zwei und drei Prozent. Der Grund für die wohl etwas geringer ausfallende Wachstumsrate sieht Brücher nicht zuletzt auch in den „geopolitischen Unsicherheiten“ und dem derzeit schwachen Euro. Prinzipiell sei man aber „global gut aufgestellt“, versichert Anisits. 

Die grundsätzliche strategische Ausrichtung soll jedoch bleiben, so Hätscher. Man wolle sich zunehmend gezielt an Technik-Trends orientieren. Dazu gehöre vor allem die Effizienzoptimierung zur Verbrauchs- und Emissionsredu- zierung von Verbrennungsmotoren. Hierfür liefert die Hirschvogel Automotive Group beispielsweise neue Stahlkolben für Dieselmotoren sowie sogenannte „Schmiede-Rails“ aus rostfreiem Stahl für die Benzin-Direkteinspritzung. „Hirschvogel bietet das als Erster an“, meint Brücher. 

Highlights im kommenden Jahr werden neben der Fertigstellung der Halle 7 in Schongau auch die Fertigstellung eines neuen Werks in Indien nahe Pune sein. Obwohl man auch andere Märkte wie beispielsweise Russland oder Mexiko beobachte, werde man aber kurz- und mittelfristig keine neuen Märkte in Angriff nehmen. Ziel sei es zwar, das Wachstum zu steigern, aber man wolle „profitabel als Familienunternehmen“ wachsen, so Brücher. 

Über den in letzter Zeit oftmals beklagten Fachkräftemangel müsse man sich bei Hirschvogel keine Sorgen machen, ist Finanzchef Hätscher überzeugt. Weltweit beschäftigt das Unternehmen derzeit rund 4200 Mitarbeiter – das sind etwa zehn Prozent mehr als noch im letzten Jahr. Der größte Standort ist dabei Denklingen mit etwa 1700 Mitarbeitern, in Schongau sind es rund 700. „Wir bilden unseren Nachwuchs selbst aus“, meint Hätscher. So sind in Denklingen beispielsweise derzeit über 180 Azubis – in zehn verschiedenen Berufen, sowohl aus dem technischen als auch aus dem kaufmännischen Bereich – in Ausbildung.

Astrid Erhard

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