Ehrung im Landratsamt

Stadtradler erneut vom sportlichen Ehrgeiz gepackt

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Fahrradaktivste Klasse war die 9b der Johann-Winklhofer-Realschule. Ihren Preis über 300 Euro nahmen Patrick Schindelmann (734 km, Mitte) und Timon Hafner (732 km, links) von Rainer Mahl, zuständig für Sport und Tourismus beim Landratsamt, entgegen. 

Landkreis – Der Landkreis ist beim Stadtradeln weiterhin auf dem aufsteigenden Ast. Auch wenn es das Wetter vor allem anfangs nicht gut meinte und unter anderem die Auftaktfahrt völlig verregnet wurde, stiegen Teilnehmerzahlen und insgesamt abgestrampelte Kilometer weiter an. Gefallen sind die Würfel bereits im landkreisinternen Wettbewerb, am gestrigen Dienstag wurden die Sieger geehrt. Beim bundesweiten Vergleich stehen hingegen noch einige Wertungen aus, sodass Thaining um den Titel der fahrradaktivsten Kommune und des fleißigsten Parlaments bangen muss.

„Das Stadtradeln verselbstständigt sich“, freute sich Landrat Thomas Eichinger bei der Abschlussveranstaltung des Stadtradelns 2016 im Landkreis. Die Antriebsfeder sei dabei der spürbare sportliche Ehrgeiz, der immer mehr Teilnehmer packe. „Das ist ja auch genau, was wir anstacheln wollen“, lobte er im Foyer vor dem Sitzungssaal des Landratsamtes.

Als nochmals „deutlich besser als 2015“ bewertete Martin Baumeister, Vorstand des ADFC-Kreisverbands, die Ergebnisse, die ab dem 19. Juni über eine Dauer von 21 Tagen erzielt worden waren. Hatten im Vorjahr noch 2.019 Teilnehmer ihre Ergebnisse gemeldet, kam der Landkreis nun auf 2.430 Registrierungen. Baumeister sah das hiesige „Radfahren auf dem richtigen Weg“ – das Gelände sei schön, das Wegenetz gut.

Auf die positiven gesundheitlichen Auswirkungen verwies AOK-Direktor Harald Floßmann: „Es müsste ‚Stattradeln‘, also Rad statt Auto heißen.“ „Mit dem Rad in die Arbeit, statt mit dem Sanka ins Krankenhaus“, lautete sein Credo.

Drei Wochen lang völlig aufs Auto verzichten mussten die beiden „Stadtradel-Stars“. Alexander Herrmann, Schondorfer Bürgermeister, und Leonhard Stork, sein Thaininger Amtskollege, hatten sich bereit erklärt, während des Wettbewerbs sämtliche Fahrten auf dem Drahtesel oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu bestreiten. Herrmann kam dabei auf 251 Kilometer, Stork erreichte derer 777 und blickte mit Erleichterung aber auch Wehmut zurück: „Erst hat‘s mich gegraust, dann war‘s schön.“ Er habe einige interessante Erfahrungen gesammelt; auch, weil „Thaining nicht gerade das Zentrum des Landkreises ist“. So habe er seine Fahrt zur Bürgermeisterdienstbesprechung mit dem Sakko in der Satteltasche angetreten und sich in der Landsberger Tiefgarage in Schale geworfen.

„Die Thaininger sind ja unsere Vorreiter“, lobte Rainer Mahl, beim Landratsamt unter anderem zuständig für Sport und Tourismus. „Sechs von zwölf bundesweiten Preisen haben sie im letzten Jahr gewonnen.“ Am spannendsten gestaltet sich derzeit das Rennen um den Titel der Kommune mit der besten Leistung je Einwohner. Thaining liegt mit gut 29 Kilometern deutschlandweit ganz vorne, unmittelbar gefolgt von Unterdießen. Doch der Blick richtet sich gespannt auf Rang 3: Das kleine Bebensee aus Schleswig-Holstein ist noch mitten in der Wettkampfphase und setzt zum Sprung an die Spitze an. „Macht ja nix“, gibt sich Stork sportlich, doch für die „Preisverleihung in Frankfurt wären wir schon bereit“. Derzeit rangieren neun Kommunen aus dem Landkreis unter den deutschen Top 20. Der komplette Landkreis liegt in seiner Klasse gerade auf dem 9. Platz.

Nicht mehr zu nehmen ist den Thainingern aber wohl der Titel des fahrradaktivsten Kommunalparlaments. Auf fast 478 Kilometer kam der Gemeinderat je Mitglied. Verfolger Gunzenhausen erreichte gerade einmal 139.

Doch im Vordergrund der Abschlussveranstaltung im Landratsamt stand die Würdigung der Sieger, die sich landkreisintern durchgesetzt hatten. Fleißigster Einzelradler wurde Hagen Lüttge vom Offenen Team Fuchstal mit 2.288 Kilometern. In der Teamwertung lag der ADFC Kreisverband mit 29.130 Kilometern ganz vorne. Die fahrradaktivste Kommune in Hinblick auf die absolute Kilometeranzahl war Landsberg, verteilt auf die Einwohnerzahl blieb erwartungsgemäß Thaining einsame Spitze, gefolgt von Unterdießen und Finning.

Ganz besonders auf die Fahnen geschrieben hatte sich Mahl diesmal die Einbindung der Schulen sowie Schützen- und Sportvereine. Spitzenreiter waren die 9b der Johann-Winklhofer-Realschule mit 6.624 Kilometern und die Finninger TSV-Radler mit 22.210. Sie durften sich über je 300 Euro für die Klassen-, beziehungsweise Mannschaftskasse freuen.

Auch die Ziele für 2017 sind bereits abgesteckt. Mahl baut darauf, dass abermals sämtliche 31 Landkreisgemeinden und die Stadtteile mit von der Partie sein werden. Die Teilnehmerzahl soll auf 2.800 steigen, auch mithilfe der Schulen und Vereine. Außerdem gelte es, den Ausbau und die Verbesserung des Wegenetzes als ständiges Ziel im Auge zu behalten.

Rasso Schorer

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