Weltrekordversuch:

Alter Eicher und "junger Hupfer"

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Probefahrt durch Thaining: Anfang Mai will Hubert Berger mit seinem 45 Jahre alten Eicher und einem Wohnwagen den Weltrekordversuch „longest journey by tractor“ starten.

Unterdießen – Die „longest journey by tractor“ von Hubert Berger aus Unterdießen nimmt langsam Gestalt an: Nach Monaten der Vorbereitung will sich der 58-Jährige Anfang Mai auf den Weg machen, um mit seinem 45 Jahre alten Eicher Tiger 2 die Welt zu umrunden (der KREISBOTE berichtete). Damit will der 58-Jährige nicht nur einen Weltrekordversuch, sondern auch ein ganz großes Abenteuer wagen.

Der Eicher Tiger 2 Baujahr 1970, an dem Hubert Berger und sein ehemaliger Kfz-Lehrmeister und Freund Alfred Mastaller in dessen Werkstatt in Thaining werkeln, ist kaum wiederzuerkennen. Über den Winter haben die Beiden ein ganzes Stück Arbeit geleistet: Der Eicher ist generalüberholt. Nicht nur den Motor haben Berger und Mastaller überarbeitet, auch von außen erstrahlt der Traktor in neuem Glanz.

Trotzdem hat Hubert Berger noch einiges zu tun: Der Eicher soll Gitter bekommen, die den Unterdießener vor Überfällen schützen. Und auch sein Heim für die nächsten zwei Jahre – so lang wird die Reise nach Bergers Berechnungen dauern – muss noch fertig eingerichtet werden. Bei diesem Heim handelt es sich um einen Wohnwagen, den Hubert Berger extra bei Leipzig geholt hat. Denn so einen schmalen Wohnwagen zu finden, sei gar nicht so einfach, erklärt der 58-Jährige: „Ich werde sowieso schon ein Hindernis auf der Straße sein, da muss ich wissen, was hinter mir passiert.“ Mit Baujahr 1998 ist der Wohnwagen im Vergleich zum Traktor aber „ein junger Hupfer“, so der Weltrekord-Anwärter.

Mit diesem Gespann wird der Abenteurer aus Unterdießen Anfang Mai Richtung Himalaya aufbrechen. Fünf Kontinente, 33 Länder und 50.000 Kilometer liegen dann noch vor ihm. Im Herbst möchte er das Himalaya-Gebirge überwunden haben und China queren. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 27 Stundenkilometer und rund acht Stunden Fahrtzeit täglich will Berger das meistern. In China liegen dann zwei Pässe über 5.000 Meter Höhe vor dem Unterdießener und seinem Gespann. „Inzwischen sind es immer mehr Leute, die sagen, das schafft der Eicher nicht. Aber der schafft das“, ist er überzeugt. Er sei schließlich sein Leben lang gefahren, davon zehn Jahre als Reisebusfahrer auf allen Kontinenten.

Wie und ob der Eicher das schafft, müsse man eben „im Hintern haben“, erklärt Berger. Als gelernter Kfz-Mechaniker hat er schließlich seinen eigenen Mechaniker dabei und den Eicher kennt er in- und auswendig. Sollte der 45 Jahre alte Traktor unterwegs wirklich nicht zu reparieren sein, wäre das „eine richtige Tragödie“ für Berger. Denn dann verliert er auch eine ganze Menge Geld: „Momentan stecken über 10.000 Euro im Eicher.“ Und auch die Zoll-Kaution in Höhe von 6.000 bis 8.000 Euro, die Berger hinterlegen muss, wäre damit verloren.

Liegen die Pässe aber hinter ihm, wird der Eicher nach Japan verschifft. Das dürfte etwa im Dezember der Fall sein. Weiter soll es dann durch Australien und Neuseeland gehen. Wieder muss der Traktor verschifft werden, dann stehen Nord-, Mittel- und Südamerika auf dem Programm. Über Afrika will Berger schließlich wieder zurück nach Europa.

Letzte Vorbereitungen betreffen vor allem den Wohnwagen: Dort baut Berger noch Dusche und Toilette ein. Und ein Abenteuer wartet noch in Deutschland auf den 58-Jährigen: ein Filmkurs. Schließlich muss Hubert Berger für den „Guinness World Record“ seine Reise festhalten und dokumentieren – und einige Bilder bestimmt auch an die Daheimgebliebenen schicken.

Astrid Erhard

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