Kuhhandel im Pferdestall

Landsberg/Achselschwang - Etwas unüblich war es schon, was sich in der vergangenen Woche vor dem Amtsgericht abspielte: Da legte der Angeklagte der Geschädigten einfach 5000 Euro auf den Tisch. Wegen Untreue wurde der 54-Jährige aus dem südlichen Landkreis Landsberg aber trotzdem verurteilt.

Ursprünglich waren die beiden Parteien wohl einmal befreundet gewesen. Die Probleme fingen damit an, dass die 48-Jährige aus Kempten dem Hufschmid im Januar 2011 ein Pferd für 7000 Euro für ihren Sohn abkaufte. Nur ein halbes Jahr später hatte dieser aber nicht mehr genug Zeit für die Stute. Daraufhin willigte der Angeklagte ein, das Pferd vorübergehend in seinem Stall in Achselschwang aufzunehmen und es wieder zu verkaufen. Einige Wochen später hatte er eine Käuferin für das Tier gefunden. Allerdings zahlte diese nur 5500 Euro. 

Gut investiert? 

Bis dahin waren sich Klägerin und Angeklagter weitgehend einig. Der Hufschmid behauptete, er hätte mit der Kemptenerin abgemacht, er würde die 5500 Euro in ein anderes Pferd investieren, um durch einen Handel die Ausgangssumme von 7000 Euro zu erzielen. Davon habe sie allerdings nie etwas gewusst, so die ehemalige Besitzerin der Stute. Dabei sei es ihr nicht auf die volle Summe angekommen, erzählte sie im Gerichtssaal. „Ich hätte mich auch mit weniger oder mit einer Ratenzahlung einverstanden gezeigt.“ Allerdings zahlte der Hufschmid das Geld nicht zurück und hatte angeblich immer wieder Ausreden dafür. 

Am Ende der Verhandlung legte der 54-Jährige seiner Bekannten 5000 Euro in bar auf den Tisch. Während sein Verteidiger Dr. Rüdiger Blass diese Tatsache zum Anlass nahm, auf Freispruch zu plädieren, zeigte sich Richterin Simone Zwiener nur wenig beeindruckt von dieser Geste. Er habe den Auftrag nicht ausgeführt und außerdem vorsätzlich gehandelt. Gegen den 54-Jährigen spräche vor allem auch eine einschlägige Vorstrafe, die hohe Rückfallgeschwindigkeit und die Höhe der veruntreuten Summe. 

Richterin Zwiener verurteilte ihn schließlich zu sieben Monaten Haft auf Bewährung, der Übernahme der Verfahrenskosten sowie einer Zahlung von 1000 Euro an das Therapiezentrum Burgau als Bewährungsauflage.

Astrid Erhard

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