Immer an der Bahn lang

In diesem 110 Meter breiten Korridor (gelb) entlang der B17 und der Bahnlinie Landsberg-Schondorf möchte ein Investor aus dem Raum Augsburg eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichten. Foto: BVV/Stadt Landsberg

Der „Solarpark Südwest“ ist bereits ans Netz gegangen, bald wird nur einen Steinwurf davon entfernt die nächste Freiflächen-Pho­to­voltaik-Anlage an der B17 entstehen. Der Bauausschuss gab vergangene Woche im Grundsatz Grünes Licht für das Projekt eines Investors aus dem Augsburger Raum.

Der Standort für die Photovoltaikanlage im Süden der Lechstadt ist klug gewählt. Sie soll auf gut sieben Hektar entlang der B17 (siehe Foto) nördlich des Heuweges, der früheren Verbindungsstraße nach Ellighofen entstehen. Klug deshalb, weil derlei Anlagen nach dem im Sommer 2010 geänderten Erneuerbare Energien-Gesetz, kurz EEG, nur noch auf bereits versiegelten oder Konversionsflächen oder in einem 110-Meter-Korridor entlang von Autobahnen oder Schienenwegen gefördert werden. Letzteres ist bei dem Projekt auf Ellighofener Flur mit der Bahnlinie Landsberg-Schongau der Fall. Das seit Jahren für die Stadt tätige Planungs- und Projektentwicklungsbüro Lars Consult aus Memmingen kam zu dem Ergebnis, dass der Standort geeignet ist. Allerdings muss er noch einige Hürden meistern. So sei gemäß den Vorgaben der Obersten Baubehörde etwa eine städtebauliche Analyse zum Thema „Zersiedelung der Landschaft“ durchzuführen. Weiterhin sei aufgrund der Nähe zum Landschaftsschutzgebiet Lechtal sowie zum FFH-Gebiet eine Verträglichkeits- bzw. eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung durchzuführen. Stadtbaumeisterin Annegret Michler will nicht ausschließen, dass es aus naturschutzrechtlicher Sicht zu Einschränkungen geben könnte, und die Anlage nicht im avisierten Umfang gebaut werden könnte. Da gelte es auch die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde abzuwarten. Letztlich muss die Stadt ihren Flächennutzungsplan ein weiteres Mal ändern. Die Kosten für die notwendige Bauleitplanung gehen übrigens zu Lasten des Investors. Übrigens: Vor zwei Jahren hatte Lars Consult eine Analyse zu möglichen Standorten für Freiflächen-Photovoltaik auf Landsberger Flur erstellt. Ergebnis: drei „gut geeignete Flächen“ mit 35,7 Hektar und zwei „bedingt geeignete Flächen“ mit 5,7 Flächen. Doch das ist mit dem neuen EEG Makulatur. „Im Grunde bleibt uns nur noch die Bahnlinie und die A96“, so die Stadtbaumeisterin.

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