Immer die gleiche Leier

Es ist eine ziemlich üble Geschichte und sie wiederholt sich im Moment jede Woche: „Immer die gleiche Leier, man weiß schon gar nicht mehr, was man sagen soll“, klagt Sebastian Bonfert. „Wir sind vorne zu schwach und lassen hinten viel zu viel zu“, kommentierte der Mittel­feldspieler und derzeitige Kapitän die erneute Niederlage des TSV Landsberg. Diesmal setzte es ein 1:4 in Gundelfingen, damit sind die Lechstädter auf Rang elf der Landesliga-Tabelle abgestürzt.

Zwar beträgt der Rückstand auf Platz acht (der zur Qualifikation für die neue Bayernliga Süd reicht) nur einen Punkt, doch die Entwicklung der letzten Wochen ist bedenklich. Seit dem achten Spieltag, als Landsberg noch überraschend an der Tabellenspitze stand, gab es nur noch einen Sieg, insgesamt fünf Punkte und eine Torbilanz von 5:23 Treffern. Das klingt nicht gut und fühlt sich laut Bonfert auf dem Platz genauso schlecht an, zumal die jüngsten Niederlagen durchaus verdient zustande kamen. Bei zwei Gegentreffern in Gundelfingen hätte zwar zuvor abgepfiffen werden können, doch die Leistung der Landsberger insgesamt war wieder alles andere als überzeugend. Das sah sogar FCG-Coach Armin Resselberger so: „Es war gar keine besondere Leistung von uns nötig, um zu gewinnen.“ „Wir haben dem Gegner wieder viel zu viele Chancen gewährt“, so Bonfert, „die sind noch ein paar Mal alleine auf unseren Torhüter zugelaufen und hätten sogar mehr Tore machen können.“ Kein neues Problem: Ein ähnliches Bild sahen die Zuschauer in der Woche zuvor bei der Heimniederlage gegen Sonthofen. „Die hätten auch in der ersten Halbzeit noch ein drittes und viertes Tor vorlegen können, da haben wir noch Glück gehabt, dass die sich nicht geschickter angestellt haben.“ Damals hatte Tobias Heiland im Landsberger Gehäuse einen schlechten Tag erwischt und auch in Gundelfingen sah er nicht immer gut aus. Bonfert: „Das ist natürlich bitter, dass er im Moment auch Fehler macht, die uns Tore kosten; vor allem, weil er uns zuvor schon viel gerettet hat. Aber wahrscheinlich lässt man sich irgendwann einfach anstecken, wenn sechs oder acht Mann vor einem so schwach spielen.“ Auch in der Verteidigung passt im Moment absolut nichts mehr, was in beiden Spielen dazu führte, dass Spielertrainer Sven Kresin vom defensiven Mittelfeld später in die Innenverteidigung rückte – da waren die Messen aber jeweils schon gelesen. Zudem agiert der der 35-Jährige im Moment ebenfalls nicht fehlerfrei. Nur heiße Luft Nach den Gründen für die schwachen Leistungen will Bonfert aber gar nicht mehr lange suchen. „Es ist in Landsberg schon genug geredet worden, wenn nicht sogar zuviel. Jeden Montag werden Ursachen gesucht, das ist alles nur heiße Luft und bringt uns nicht weiter, wenn sich dann doch nichts ändert.“ Für den 23-Jährigen liegen die Probleme auf der Hand. „Man hat vier, fünf Stammspieler gehen lassen und keinen adäquaten Ersatz geholt. Die Leute auf diesen Positionen sind noch meilenweit von der Leistung entfernt, die da nötig ist.“ Auch den zwischenzeitlichen Höhenflug will Bonfert nicht überbewerten. „Wenn man ganz ehrlich ist, haben wir vielleicht mal 40 bis 60 Minuten am Stück richtig gut gespielt, aber noch nie 90.“ Das schreit auch für ihn nach Verstärkungen in der Winterpause. „Es ist wahrscheinlich schwer, im Winter jemand zu finden, der qualitativ gut ist und wohl immer auch eine finanzielle Frage. Aber der Trainer und einige Spieler sind sich einig, dass wir ein bis zwei gute Leute bräuchten. Ob der Verein das genauso sieht, weiß ich natürlich nicht.“ Bis man Transfers in Angriff nehmen könnte, muss man aber auf jeden Fall mit dem bestehenden Kader den freien Fall stoppen. Dabei ist am Samstag (15 Uhr, Sportzentrum) ein Sieg gegen den Tabellenletzten aus Durach Pflicht. „Da muss man nicht diskutieren. Wenn wir da nicht gewinnen, brennt es endgültig lichterloh bei uns“, weiß Sebastian Bonfert.

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