Schlaflose Nächte

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Die Hofmark ist ein stark frequentiertes Nadelöhr. Darunter leiden die Anwohner und suchen jetzt Unterstützung vom Dießener Gemeinderat.

Dießen – Die Hofmark im historischen Ortszentrum von Dießen ist steil und teilweise nur 5,45 Meter breit, viele Häuser stehen fast unmittelbar an der Fahrbahn. In einem Schreiben beklagen sich nun 20 Anwohner heftig über die zunehmende Verkehrsbelastung und fordern Entlastungsstraßen.

Ihrer Ansicht nach ist die Hofmark „zu einer Durchgangsstraße ohne Aufenthaltswert verkommen“. Auslöser war unter anderem eine vom Straßenbauamt Weilheim angeordnete Nachtbaustelle zur Ausbesserung von Straßenschäden, die den Anwohnern vor einigen Wochen endgültig den Schlaf raubte. Bürgermeister Herbert Kirsch, der bereits Gespräche mit den Unterzeichnern geführt hat, zeigte Verständnis und kündigte in der Gemeinderatssitzung einen „massiven Anlauf“ in Richtung der übergeordneten Behörden an.

Für die Zukunft müsse es darum gehen, den überörtlichen Schwerlastverkehr aus Hofmark und Herrenstraße zu verbannen und Tempo 30 auf den innerörtlichen Staatsstraßen durchzusetzen. Unterstützung bekam Kirsch von Michael Hofmann (Grüne), der allerdings auch daran erinnerte, dass ein Großteil des Autoverkehrs dort hausgemacht sei. Zum Erstaunen des Rathauschefs brachten einige Gemeinderatsmitglieder alte oder längst aus dem Flächennutzungsplan eliminierte Vorschläge wie die „Südumgehung“ oder die „Romenthal-Spange“ wieder ins Gespräch.

Johann Vetterl (Freie Wähler) etwa wollte wissen, warum eine Umgehungsstraße für Pähl möglich sei, für Dießen aber nicht. Seinen Applaus konnte er allerdings nur kurz genießen. „Wo waren Sie in den letzten Jahren, Herr Vetterl?“, schimpfte Kirsch mit Blick auf kostspielige Verkehrsstudien, zum Beispiel aus den Jahren 2002 und 2008. Diese hätten eindeutig gezeigt, dass Herrenstraße und Hofmark durch Umfahrungen nicht wesentlich entlastet werden könnten. Kirsch ging vielmehr auf Gefahren durch den raumgreifenden Schwerlastverkehr entlang der Hofmark insbesondere für Schulkinder ein. Er appellierte an die Lehrer der Carl-Orff-Schule, Eltern und Schulkinder immer wieder auf den Von-Schorn-Weg als Schulwegalternative hinzuweisen. Der Fußweg wurde schon vor Jahren mit Straßenlaternen und einer Querungshilfe an der Von-Eichendorff-Straße ausgestattet.

Nach einem weiteren Gespräch mit den Anwohnern möchte Kirsch das Problem an die zuständigen Landtagsabgeordneten herantragen, sowie um einen Gesprächstermin im Ministerium bitten. „Der Schwerlastverkehr, der in Dießen nichts zu suchen hat, muss raus“, betonte er. Nicht zuletzt großräumig durch entsprechende Ausschilderungen an Autobahnzubringern und Autobahnabfahrten.

Ursula Nagl

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