Das fehlende Bindeglied

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Seit 1984 ist der Personenverkehr auf der Strecke Schongau-Landsberg eingestellt. Seitdem verkehren nur noch Güterwägen auf der frisch sanierten Strecke.

Landkreis – Seit fast dreißig Jahren fährt kein Personenzug mehr auf der Strecke der Fuchstalbahn zwischen Schongau und Landsberg. Für den Güterverkehr wird sie allerdings immer noch intensiv genutzt. Die „Initiative Fuchstalbahn“ kämpft daher für die Wiederbelebung des Personennahverkehrs. 

Bei der Frühjahrssitzung des IHK-Gremiums am vergangenen Mittwoch stellte der Verein seine Aktivitäten vor. Außerdem drehte sich im Landsberger Bürgerbahnhof alles um das Thema Bahnhof.

Bevor es in Sachen Fuchstalbahn losgehen konnte, informierten Tyll-Patrick Albrecht und Andreas Holzhey von der „Initiative Fuchstalbahn“ die Mitglieder des IHK-Gremiums Landsberg-Weilheim-Schongau zunächst über die derzeitige Situation der Bürgerbahnhöfe Murnau und Landsberg. Abschreckende Beispiele für verwahrloste Bahnhöfe gebe es, laut Holzhey, wohl genug. „Das Konzept des Bürgerbahnhofs soll diesen Trend umkehren“, erklärt der Diplom-Ingenieur für Verkehrsplanung und Geschäftsführer der Bürgerbahnhof Oberland Verwaltungs GmbH. Holzhey hatte 2012 den Landsberger Bahnhof gekauft und schrittweise saniert. 

Ziel war es dabei, eine „attraktive Schnittstelle zwischen Bahn und Stadt“ zu schaffen. Eben ein Ort, an dem man sich gerne aufhält, zum Beispiel auch mit gastronomischem Service. Dies werde in Landsberg gut umgesetzt, so Holzhey, der auch den Bürger- bahnhof in Murnau umgebaut hatte. Schließlich müsse man den Bahnhof als „Stadttor nach Landsberg“ sehen, ergänzte der erste Vorsitzende der Initiative Fuchstalbahn Tyll-Patrick Albrecht. Über die Aktivitäten des Vereins berichteten Holzhey und Albrecht im Anschluss. 

Die Argumente der rund 80 Mitglieder starken Initiative sind vielfältig: Die Schienen wurden erst in den letzten Jahren für mehrere Millionen Euro saniert, die Triebwägen stehen zu lange in den Bahnhöfen rum, man bräuchte nicht einmal neue Fahrzeuge, erläuterte Albrecht. Die 27 Kilometer lange Strecke zwischen Schongau und Landsberg ist in den letzten vier Jahren modernisiert worden. Vor allem für den Güterverkehr – für die Papierwerke in Schongau einerseits und für die Anlieferung von Rohstahl an die Firma Hirschvogel in Denklingen andererseits – sei die Strecke sehr wichtig, ergänzte der Leiter des Referats Verkehr und Logisitk der IHK München, Gerhard Wieland. 

Große Ziele 

Aber nicht nur die Strecke zwischen Schongau und Landsberg schwebt den Mitgliedern der Initiative vor. Ursprünglich sei hier nämlich ein Ring gewesen, der von Schongau über Landsberg weiter nach Geltendorf beziehungsweise sogar bis nach Augsburg, den Ammersee hinunter bis nach Weilheim und von dort wieder nach Schongau zurück führte. Diese Variante wäre, so Albrecht, auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht durchaus sinnvoll – und die Fuchstalbahn das fehlende Bindeglied. 

Wenn es nach dem Vorsitzenden geht, wäre die Fuchstalbahn auch ein „super Kandidat“ für einen Probebetrieb. Damit es aber überhaupt zu einem solchen Probebetrieb kommen kann, sind 1000 Reisende pro Tag erforderlich. Aber selbst das könne laut Albrecht erfüllt werden. Einen wichtigen Punkt, der zur Steigerung der Fahrgastzahlen für die Fuchstalbahn führen könnte, brachte Andreas Holzhey ein: „In den letzten Jahren gab es eine erhebliche Steigerung bei den Auspendlern von den Dörfern in die großen Städte“, so der Verkehrsplanungs-Ingenieur. Auf Nachfrage des IHK-Referatsleiters für Verkehr Gerhard Wieland nach dem Investitionsvolumen, entgegnete Albrecht: „Im Moment gehen wir von 25 Millionen Euro aus.“ Das Thema Fuchstalbahn wird also auch weiterhin beschäftigen. Das stellte auch Wieland am Ende der Diskussion mit dem Vorstand fest: „Solche Initiativen sind wichtig, weil sie das alles am Laufen halten.“

Astrid Erhard

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