60 Bäder und ein Lift

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Die über 45 Jahre alte Wolfgang-Kubelka-Realschule in Schondorf soll in den nächsten zwei Jahren saniert und erweitert werden. Der Inklusionsbeirat stimmte nun für den Einbau eines Liftes, der die Barrierefreiheit sichern soll.

Dießen/Schondorf – Dass das Thema Barrierefreiheit durch alle Altersschichten hindurch präsent ist, zeigt sich deutlich an zwei Projekten in der Ammerseeregion: Sowohl in der Seniorenwohnanlage Färber- gaßl in Dießen als auch in der Wolfgang-Kubelka-Realschule in Schondorf gehen die Baumaßnahmen voran, wie Christian Kusch vom Hochbauamt in der jüngsten Sitzung des Inklusionsbeirates berichtete.

Im Dießener Färbergaßl müssen insgesamt über 60 Bäder umgebaut und den Anforderungen und Bedürfnissen der Senioren angepasst werden. Vor allem die in den Bädern vorhandene Badewanne stelle einige der Bewohner vor eine Herausforderung, so Kusch. Diese werden Bad für Bad durch eine geräumige Dusche mit niedriger Schwelle ersetzt werden. Eine komplette Barrierefreiheit werde man aber dennoch nicht erreichen, erläuterte Kusch während der Sitzung. Vielmehr werden die Wohnungen und ihre Bäder nach dem Umbau „seniorengerecht“ sein. Ein Badezimmer ist nun bereits fertiggestellt. Beiratsvorsitzende Barbara Juchem schlug vor, die nächste Sitzung des Gremiums im April vor Ort durchzuführen, um sich ein besseres Bild von den Umbaumaßnahmen machen zu können. 

Auch die Sanierung und Erweiterung der Schondorfer Wolfgang-Kubelka-Realschule beschäftigte den Inklusionsbeirat. In erster Linie geht es dabei um die Treppen. Ob man das Schulgebäude mit einem oder zwei Aufzügen ausstatten soll, war dabei die wesentliche Frage. Einen zentralen Lift kön- ne man dort einbauen, wo sich momentan das alte Treppenhaus befindet, so Kusch. Bei zwei Liften – beispielsweise einer davon im hinteren Teil des Gebäudes – ergäbe sich wiederum ein „Orientierungsproblem“. Größere Veranstaltungen müssten aufgrund der Fluchtwege ohnehin in der ebenerdigen Aula oder zumindest im Erdgeschoss stattfinden, verwies Kusch. 

Der zum Gebäudekomplex gehörige Holzbau stelle aufgrund seiner niedrigen Raumhöhe ein gewisses Problem dar. Hier müsse man die Nutzung der Räume gut überdenken, erläuterte Kusch. Der erste Stock des Holzbaus sei zudem nicht durch den Lift zu erreichen. Ob man diese Niveaudifferenz nicht mit Rampen anstelle von Treppen überbrücken könnte, warf Georg Krackhardt (UBV) ein. Er gab außerdem zu bedenken, dass man allgemein „so wenig Treppen wie möglich und so viele wie nötig“ einplanen sollte. Eine „Kombi-Lösung“, bei der Treppe und Rampe nebeneinander bestehen, halte er ebenfalls für nicht ideal. Dem schlossen sich die übrigen Mitglieder an. 

Außerdem einigte man sich darauf, den Einbau nur eines Aufzugs zu bevorzugen. Der müsse allerdings eine „anständige Größe“ haben, warf Juchem ein. Auch eine entsprechende Ausstattung mit Sprachsteuerung und einem Sitz müsse man festlegen, so die Vorsitzende weiter. Dem schloss sich das Gremium einstimmig an.

Astrid Erhard

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