100 Rosen zum Jubeltag

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Unter anderem mit einem befreundeten Ehepaar aus Höxter (rechts) sowie Schwiegertochter Ursula Dering (links) und Ehemann Viktor (rechts) feierte Irmgard Dering (sitzend, links) jüngst ihren 100. Geburtstag im Kreisseniorenheim Thersienbad.

Greifenberg – Den 100. Geburtstag zu feiern, das ist nur wenigen Menschen vorbehalten, ihn aber zusammen mit dem ebenfalls schon hundertjährigen Ehemann bei relativ guter Gesundheit zu begehen, das kommt äußerst selten vor. Umso glücklicher darf sich Irmgard Dering schätzen, die im Kreisseniorenheim Greifenberg jüngst 100 Jahre alt wurde.

Voller Freude und Aufregung empfing die, laut Ines Alder (Soziale Betreuung) „rege und stets gut gelaunte Jubilarin“ ihre Gäste. Gekommen waren Freunde aus der Heimatstadt Höxter, die Schwiegertochter, Bürgermeister Johann Albrecht, der auch im Namen von Landrat Thomas Eichinger gratulierte, Heimleiter Thomas Söld- ner sowie Mitarbeiter aus den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft, Küche, Buchhaltung, Verwaltung und von der Sozialen Betreuung – schließlich gibt es ja nicht jeden Tag einen 100. Geburtstag zu feiern. Ein hübsches Ständchen, das „die alten Leut“ hoch leben ließ, brachte alle in die richtige Festtagsstimmung.

Beim Sektempfang wurde angeregt über vergangene Zeiten und gemeinsame Erlebnisse gesprochen. Irmgard Dering ließ es sich dabei nicht nehmen, sich über ihre Zeit im Seniorenheim zu äußern und sich für die fürsorgliche Zuwendung zu bedanken. Seit fast drei Jahren sei sie ein wichtiges Mitglied der Theresienbader Familie und, wie sie es selbst ausdrückte, „fühle sie sich sehr wohl und alle seien so nett zu ihr“. An ihrer Seite ist seit 74 Jahren ihre „große Liebe“, ihr „Vertrauter“, ihr Ehemann Viktor, der letzten Herbst seinen 100. Geburtstag feierte. Das kleine Appartement ist ihr liebgewonnenes Zuhause am Ammersee.

Irmgard Dering wurde am 17. Juli 1915 in der Provinz Posen im heutigen Polen geboren. In den Kriegswirren flüch- tete die Familie nach Schloss Branitz in Cottbus. In jungen Jahren besuchte Dering das Mädchen-Lyceum in Stettin, schloss ihre Schullaufbahn 1935 mit dem Abitur ab. Da ihr Berufswunsch Lehrerin nicht in Erfüllung ging, machte sie beim Tiergesundheitsamt Pommern eine Ausbildung zur veterinär-medizinisch-technischen Assistentin. Sie war drei Jahre lang Volontärin und leitete danach ein Labor.

In der Freizeit organisierte Dering Tanzgruppen für Volkstänze mit und lernte dabei auch ihren Viktor kennen und lieben. Ein Jahr nach der Verlobung wurde 1941 geheiratet. Als ihr Sohn Jürgen 1942 geboren wurde, war das private Glück vollkommen und Irmgard Dering widmete sich voll Freude ihrer Familie. Trotz zahlreicher Schicksalsschläge wie Vertreibung, Tod des Bruders im 2. Weltkriegs Verschleppung und Tod des Vaters und des eigenen Kindes, hat die Jubilarin den Mut und Einstellung gefunden, immer wieder nach vorne zu schauen und ihren Weg zu gehen.

„Ihre lebensfrohe und positive Art bringt viel Bewegung ins Theresienbader Seniorenheim“, weiß Ines Adler. Die Jubilarin unterstütze ihren Viktor bei allen Alltagstätigkeiten, schreibe noch immer Briefe, telefoniere mit Verwandten und Bekannten und stehen in Kontakt mit liebgewonnen Freunden. So gibt es im Erzählcafé und in der Vorleserunde viel beizutragen und Dering belebt mit ihren Geschichten die Gemeinschaft. Im Haus sei die nun 100-Jährige viel unterwegs, unterhalte sich gerne, habe ein offenes Ohr für andere.

Am meisten erstaunt war sie an ihrem Geburtstag, als sie von einer „Plauder-Bekanntschaft“, der Angehörigen eines Bewohners, 100 Rosen geschenkt bekam. Mit so einer herzlichen Geste habe sie nicht gerechnet, gesteht Irmgand Dering.

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