Irritationen im Gemeinderat

Die angekündigte Stellungnahme ist anders ausgefallen als erwartet: Nicht der Betroffene, Norbert Sepp, sondern der Bürgermeister, Dr. Klaus Büh­ler, verlas im Gemeinderat die unterzeichnete Erklärung seines Stellvertreters. Darin nimmt Sepp die „landläufigen Begriffe, Anstiftung zur Urkundenfälschung und Beihilfe zum Subven­tions­betrug“, die er gegen die Ratskollegen Johann Drexl und Robert Widmann (CSU) im Januar öffentlich erhoben hatte (der KREISBOTE berichtete), zurück. Er bedaure die „Irritationen, die dieser Vorgang durch den Gebrauch die­ser beiden Begriffe hervorgerufen“ habe.

Der Druck auf den 2. Bürgermeister war immer größer geworden, nachdem die Frak­tions­sprecher von CSU, SPD und GAL im Februar beantragt hatten, dass Sepp in der nächsten öffentlichen Gemeinderatsitzung die Anschuldigungen unter Vorlage aller relevanten Unterlagen nachweisen solle. Laut Sepp hätten ihn Drexl und Widmann im Rahmen einer Pachtrückgabe an die Gemeinde im Dezember 2009 angestiftet, Urkundenfälschung zu begehen und Beihilfe zum Sub­­- ventionsbetrug zu leisten. Am Mittwoch nun war es Bürgermeister Dr. Bühler, der die Erklärung Sepps verlas und damit für Verwunderung im Gemeinderat sorgte. Sepp lässt darin wissen: „Ich bin zwischen­zeitlich von einem Rechtsanwalt da­rüber aufgeklärt worden, dass sich bei dem geschilderten Vorgang (‚Rückdatierungen’) allenfalls um das Ausfertigen einer ‚Urkunde mit falschem Inhalt’ gehandelt hätte.“ Er, Sepp, bedaure die „Irritationen“ und würde sich „sehr freuen, wenn sich damit entstandene Miss­ver­ständnisse bereinigt“ hätten. Weiterhin wolle Sepp mit seiner Erklärung auch einen Beitrag leisten, „dass insgesamt wieder ein sachlicher Umgang miteinander im Marktgemein­de­r­at einkehren möge“. Für Drexl ist die Sache vom Tisch. „Die Erklärung zeigt, dass die von Herrn Sepp in der Presse erhobenen Vorwürfe gegen Widmann und mich von Anfang an ohne jede Berechtigung gewesen sind.“ Als sehr bedauerlich empfinden es die beiden Räte, dass sich der 2. Bürgermeister nicht zu einer persönlichen Entschuldigung durchringen konnte.

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