40 Jahre fürs "Bayernlandl" – Volksschauspieler Siegfried F. Koller feierte seinen 75. Geburtstag

„Ein echt bayerisches Allroundtalent.“ So könnte man den beliebten Volksschauspieler Siegfried F. Koller beschreiben. Anfang Dezember feierte der gebürtige Münchener, der seit 25 Jahren in Greifenberg lebt, seinen 75. Geburtstag – und denkt noch lange nicht ans Aufhören.

Als „erlebtes Leben“ bezeichnet Koller seine bisherige Erdenwanderung. Dabei gab der Zufall den Ausschlag für den Weg auf die Bühnenbretter. Als Betriebsleiter einer Druckerei war der junge Siegfried Koller für den Geschmack des Chefs nicht sprachgewandt genug. Daher verordnete dieser ihm einen Rhetorikkurs. Der aber war ausgebucht, und so landete Koller in einem Schauspielkurs – wo er vier Semester lang blieb, um dann gleich vom „Volkstheater in der Au“ engagiert zu werden. Doch das war nicht ganz das, was sich Siegfried Koller vorstellte: „Ich musste immer nur den Liebhaber spielen. Der hatte den meisten Text, aber den Applaus bekamen immer andere. Das Liebespaar war halt einfach nur da. Das war mir dann zu langweilig“, erzählt er dem KREISBOTEN. Und so begann Koller parallel zur Laufbahn bei der Münchener Kripo damit, sogenannte „Bunte Bayerische Abende“ zu konzipieren, die er gemeinsam mit zwei Kollegen und einer Kollegin aufführte – meistens als Benefizveranstaltungen in Kurhäusern und Altenheimen. Doch diese Termine nahmen wegen des großen Erfolgs bald überhand und es stellte sich die Frage nach der Finanzierbarkeit. Die rettende Idee: Siegfried F. Koller gründete seine eigene Volksbühne, um die caritativen Auftritte zu unterstützen – „Unser Bayernlandl“ war geboren. Das Konzept ist heute wie vor 40 Jahren erfolgreich. Zünftige bayerische Abende mit Musik, Sketchen und Schwänken. Koller ist Autor, Regisseur und Darsteller, unterstützt wird er dabei von Laien- und Profischauspielern. Daneben war der Greifenberger noch 15 Jahre lang als Moderator von Faschingsveranstaltungen in der Münchener Olympiahalle und im Deutschen Theater und des Presseballs des Münchener Merkur aktiv. Viele Male stand er vor der Film- oder Fernsehkamera, unter anderem in der „Löwengrube“. Zudem war Koller 30 Jahre lang ehrenamtlicher Jugendleiter und Hochtourenführer des Alpenvereins. Diese Tätigkeit führte ihn auf die höchsten Berge Europas und auf den Gipfel des Kilimandscharo. Außerdem ist er bis zum heutigen Tag aktiver Segler, Skifahrer und Tennisspieler. Auf die Frage, wie das alles zu schaffen sei, schmunzelt der 75-Jährige: „Das A und 0 ist der richtige Partner. Der muss das alles unterstützen, sonst geht es nicht.“ Daher gebühre seiner Frau Ingrid ein besonderer Dank. Denn ans Aufhören denkt der Volksschauspieler noch lange nicht. Den ganzen Dezember über stand er noch mit seinen „Altbayerischen Kerzerlabenden“ auf der Bühne, bevor er sich gemeinsam mit seiner Frau eine Kreuzfahrt ins Mittelmeer gönnt.

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