Den Ort gestalten

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Begrüßten die Gäste bei der CSU-Jubiläums-Gala in Utting: MdL Alex Dorow, Ortsvorsitzender Michael Vierheilig, Vorstandsmitglied Ralph Seiz (verdeckt), Vize-Bürgermeisterin Margit Gottschalk, Landrat Thomas Eichinger und MdL Harald Kühn (von links).

Utting – Wenn der Vorsitzende „heilig“ im Namen hat und die zweite Bürgermeisterin „Gott“, dann sei die Christlich Soziale Union in Utting auf dem richtigen Weg nach oben! So meinte es jedenfalls humorvoll Dr. Thomas Goppel (68), CSU-Urgestein und dienstältester Parlamentarier im Maximilianeum (seit 1974), beim Empfang zum 70. Gründungsjubiläum des CSU-Ortsverbandes Utting-Finning. Beifall für dieses Bonmot kamen von Ortsvorsitzendem Michael Vierheilig, Vize-Bürgermeisterin Margit Gottschalk und den rund 300 Geburtstagsgästen.

Goppel setzte noch eins drauf: Da die Feier im Augsburger Seglerclub Utting über die Bühne ging, hätten die örtlichen CSU’ler mit der neuen Vorstandschaft Segel gesetzt und eine frische Brise in die örtliche Parteiarbeit gebracht. Michael Vierheilig entschuldigte in seiner Begrüßung den angekündigten Verkehrsminister Alexander Dobrindt, der wegen der Volkswagen-Affäre in Berlin unabkömmlich sei. 

Die CSU und ihre Geburtstagsparty

In seiner Vertretung war der Landtagsabgeordnete Harald Kühn vom Stimmkreis Weilheim-Schongau an den Ammersee gekommen. Mit ihm MdL Alex Dorow, der den Chefsessel des CSU-Kreisverbandes Landsberg 2011 von Thomas Goppel übernommen hatte. Landrat Thomas Eichinger durfte bei der Feier ebenso nicht fehlen wie Uttings Pfarrer Monsignore Heinrich Weiß und viele Bürgermeister und Altbürgermeister aus dem Landkreis. 

Uttings zweite Bürgermeisterin Margit Gottschalk betonte in ihrem Grußwort den neuen Stellenwert, den die örtliche CSU im Gemeinderat hätte. Und Landrat Eichinger er-gänzte, dass das schwierige Thema Asyl nicht nur in Utting, sondern im ganzen Landkreis vorbildlich angegangen werde. Bis zu 2.000 Flüchtlinge werden in diesem Jahr im Landkreis erwartet, die von den freiwilligen Helferkreisen wie dem in Utting bestens betreut werden. Alex Dorow, Landsbergs CSU-Vertreter im Bayerischen Landtag, lobte die Initiative der Uttinger Gründerväter des Ortsverbandes, der 1945 zeitgleich mit dem Kreisverband Landsberg aus der Taufe gehoben wurde. 

Dorow, vor seinem Einstieg in die Landespolitik Journalist beim Bayerischen Rundfunk, prophezeite der Uttinger CSU mit der neuen verjüngten Vorstandschaft einen erfolgreichen Weg in der Ge-staltung der Ortspolitik. Stimmgewaltig und mitreißend wie bei einer Aschermittwochsrede betonte MdL Harald Kühn den Unterschied der kommunalen CSU-Politik zu den freien Wählergruppen. Nur bei der CSU sei die Verzahnung bis in höchste Ebenen garantiert, wo man aber hier im Sinne der Sache oft parteiübergreifend wirke. Kühn erinnerte an Alfons Goppel, der am längsten Ministerpräsident in Bayern war und den Grundstein für den wirtschaftlichen Aufschwung gelegt hat. Beim Thema Griechenland bedauerte Kühn, dass man dort nicht mal wisse, wie man „Verwaltung“ schreibt. 

Es werde noch zwei bis drei Generationen dauern, bis Griechenland unser Niveau erreicht. Thomas Goppel, von 1981 bis 2011 Kreisvorsitzender der Landsberger CSU und ehemaliger Europa-, Umwelt- und Wissenschaftsminister in Bayern, unterstrich, dass er nicht alles teile, was Kanzlerin Merkel in der Flüchtlingsproblematik sa- ge und tue. Es sei eine Mammutaufgabe für uns alle, die Asylanten in „unser Leben“ zu integrieren und nicht umgekehrt. Deutschland habe in der Vergangenheit schon mehrere Flüchtlingswellen bewältigt, darum solle man hier auch positiv, aber umsichtig an die Sache herangehen: „Sonst verändern wir uns unmerklich, wenn wir den anderen das Feld überlas-sen.“ 

Musikalisch umrahmt von der Uttinger Blaskapelle erlebten die CSU-Gäste einen höchst unterhaltsamen und informativen Abend, der mit der Ehrung langjähriger Mitglieder einen weiteren Höhepunkt hatte. So wurden je fünf Uttinger für 40- bzw. 45-jährige Treue zur CSU geehrt. Darunter der 80-jährige Hermann Menter, dessen Großvater Georg Keil nach dem Krieg der erste CSU-Bürgermeister von Utting war. Willi Ernst und Remigius Brenner erhielten Urkunden und Ehrennadeln für 50- bzw. 55-jährige Mitgliedschaft.

Dieter Roettig

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