Kaufen, nicht Klauen

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Zahlreiche Interessierte kamen zur Vernissage der 82. Jahresausstellung der Künstlergilde Landsberg in den Beruflichen Schulen Landsberg.

Landsberg – 111 mal Kunst von Radierung über Foto und Gemälde hin zu Skulptur gibt es seit Samstag in den Beruflichen Schulen Landsberg zu sehen. Die Macher der 82. Jahresausstellung der Künstlergilde Landsberg Lech Ammersee „haben ein gutes Auge beim Kuratieren und der Hängung bewiesen“, urteilt Museumsleiterin der Städtischen Museen Landsberg Sonia Fischer in ihrer Einführung. Insgesamt stellen 42 Künstler auf dem grauen Sichtbeton der langen Flure aus – nicht nur Künstlergildler, auch Gäste wie Katinka Schneweis oder Monika Supé: Letztere hatte den ersten Preis im Rahmen der Ausstellung „Lichtgestalten“ erhalten. Für atmosphärischen Ohrenschmaus auf ausgefallenen Instrumenten sorgte die Band „Querfeldein“.

Auf einem der Flure thront mittig Martin Frieseneggers Skulptur „Auf dem Corcovado“, eine Arbeit zu der auf dem Zuckerhut in Rio de Janeiro stehenden Christusstatue. Ein aus Kupferdraht gewundener Tintenfisch der Münchnerin Doris Leuschner lebt auf einem Podest, im Foyer steht Erik Urbschats hellholzene „Schwarze Frau“. Dreidimensionale Werke sind sonst eher selten. „Es gibt viel zu entdecken, aber ich hätte mir mehr skulpturale Arbeiten gewünscht“, gibt auch Fischer zu.

Doch auch die zweidimensionalen Arbeiten bieten visuellen Anreiz: Himmels- und Strandbilder von Andrea Reiners oder Barbara Bayer, die fast fotografiert wirken. Tuschezeichnungen wie Scherenschnitte aus dem Zyklus „Spitzendeckchen“ von Veronika Rehm-Graf. Vier verschiedene Ansichten des Marktplatzes in Venedig von Joachim Giebelhausen. Oder diverse Landschaftsbilder, von realistischen Gemälden bis hin zu abstrakten Formkonstruktionen. Für jeden Geschmack findet sich etwas. Oder wie der zwischen drei Leonhardiritten angereiste Landrat Thomas Eichinger in seinem Grußwort sagte: „Die Kunst lebt im Auge des Betrachters. Sie ist ein Kommunikationsmedium, bei dem sich jeder seine Kunst aussucht.“

Als Gastaussteller ist auch heuer die Fotogruppe Landsberg unter der Leitung von Bernd Kittlinger mit dabei. In der Aula der Schule baumeln auf alten Holzrahmen angebrachte Fotografien von der Decke. Auf ihnen Steinböden, alte Säulen, löchrige Wände: „Lost Installations“ der Titel der Arbeiten. Alle haben sich auf fotografische Art einem Thema angenähert: Den alten Gebäuden im Frauenwald, von der Zeit verwittert oder auch mitten im Abbruch stehend. Die Bilder spielen mit Formen und Licht, haben eine eigene, beeindruckende Ästhetik.

Erste Vorsitzende der Künstlergilde Petra Ruffing freut sich über die Neuzugänge, die dieses Jahr an der Ausstellung teilnehmen: „Es ist ja auch unser Ziel, neue Künstler zu fördern.“ Das Kuratieren sei wie jedes Jahr wegen der großen Menge nicht einfach gewesen, „aber wir haben ein wirklich gutes Angebot bekommen.“ Die ausgewählten Kunstwerke wurden dieses Mal vorher eingeschlossen, um einen Kunstraub wie vor einem Jahr zu verhindern. Denn wie Fischer betonte: „Diese Werke können Sie kaufen, die muss man nicht klauen.“ Zum Schauen und/oder Kaufen: Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. November, geöffnet samstags und sonntags zwischen 14 und 17.30 Uhr.

Susanne Greiner

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