Weichenstellung beim DAV

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Wurde zum Ehrenmitglied ernannt: Erwin Stolz (Mitte). Umrahmt von den neuen Vorständen Joachim Metzen (links) und Georg Schappele.

Landsberg – Die Landsberger Sektion des DAV (Deutscher Alpenverein) hat seit Donnerstag vergangener Woche einen neuen Vorstand. Georg Schappele übernimmt das Amt des 1. Vorsitzenden, der ausgeschiedene Erwin Stolz wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Zu den wichtigsten Themen zählte neben der Sanierung der Landsberger Hütte und der Jahresbilanz 2015 die probeweise Vergütung des 2. Vorsitzenden.

Gleich 13 Punkte hatte der Sektions-Vorstand auf die Tagesordnung gesetzt. Vor rund 100 Mitgliedern, die im Veranstaltungssaal des Sportzentrums zuhörten, ging Schappele als 3. Vorsitzender auf den Geschäftsbericht des Jahres 2015 ein. Bei den Ausgaben schlug der Dammbau am Vilsalpsee gewichtig zu Buche. Ein Felssturz im Jahr 2013 hatte die Baumaßnahme notwendig gemacht, um den sogenannten Jubiläumsweg zur Landsberger Hütte wieder begehbar zu machen. Dabei könne die Beteiligung der Sektion, die sich 2015 auf 147.000 Euro belief, laut Schappele großteils als Wert­steigerung der Hütte gewertet werden. Um diese gemäß den Bestimmungen des Landes Tirol brandschutztechnisch zu sanieren, fielen weitere 86.000 Euro an. Die Versammlung bestätigte den Vorstand nicht nur hinsichtlich dieser Ausgaben, sondern auch bezüglich jener, die in den kommenden Jahren notwendig werden, um die Hütte weiter zu modernisieren.

Während diese Planungen teils langfristig angelegt sind, müsse man beim sektionseigenen Haus Reichenbach mittelfristig fragen, wie viel man dort investieren wolle. „Die Sanierungskosten sind nicht abschätzbar und man weiß nicht, was noch rauskommt“, so Schappele. Damit zielte er unter anderem auf die durch Feuchtigkeit entstandenen Risse in der Hausfassade ab. Erfreut zeigte er sich hingegen über die stetig steigende Mitgliederzahl, die aktuell bei 5.636 liegt. Auch das Spendenaufkommen über 6.780 Euro im Jahr 2015 bewertete Schappele positiv. Für den versehentlich doppelt verschickten Spendenaufruf, der die Mitglieder im Herbst 2016 erreicht hatte, bat er um Entschuldigung.

Bei der Nachwahl des 1. und 2. Vorsitzenden, die nach dem Rücktritt Stolz‘ und Werner Sauders im Dezember 2015 erforderlich geworden war (der KREISBOTE berichtete), gab es keine Überraschungen: Die Sektions-Mitglieder sprachen sich ohne Gegenstimmen für Schappele (1.) und Joachim Metzen (2.), die den Verein in der Zwischenzeit geführt hatten, aus. Thomas Krobbach und Karola Hermes erweitern die fünfköpfige Beiratsmannschaft um zwei Posten.

Der frisch gewählte Vorstand ernannte Stolz zum Ehrenmitglied. Dabei verwies Schappele auf die Leistungen, die dieser in 35 Jahren als Vorsitzender aufzuweisen hatte: Der Kauf des Hauses Reichenbach, der Erwerb des AV-Hauses in der Malteserstraße und Modernisierungen der Landsberger Hütte seien nur drei Beispiele für den Einsatz, mit dem Stolz die Sektion führte. Dank richtete Schappele auch an Stolz‘ Frau w, die ihren Gatten immer unterstützte.

Zudem stimmten die Mitglieder für eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags um 4 Euro und die probeweise Einführung einer Aufwandsentschädigung für den 2. Vorsitzenden ab Jahresbeginn 2017. Beide Vorschläge seien „dem erhöhten Verwaltungsaufwand geschuldet “, erklärte Schappele. Das Ziel sei, die Arbeit engagierter Vorstandsmitglieder auf Basis eines Minijobs zu würdigen. Metzen hatte angegeben, „mindestens 50 Prozent“ seiner wöchentlichen Arbeit dem Verein widmen zu wollen. Schappele verwies darauf, dass es sich bei der Aufwandsentschädigung um einen, auf ein Jahr befristeten, Versuch handle. Sollte der Zeitaufwand dennoch nicht ausreichen, müsse man sich Gedanken über andere Modelle machen, beispielsweise die Anstellung eines Geschäftsführers. Die nächste Mitgliederversammlung findet im November 2017 statt.

Frieder Dlugosch

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