Jetzt gibt’s Landsberger Strom

Zwar ist die Phase noch nicht abgeschlossen, doch zum 1. Januar dieses Jahres wechselten die Städtischen Werke Landsberg ihre Gesellschaftsform: Aus dem damaligen Eigenbetrieb ist ein sogenanntes Selbständiges Kommunalunternehmen entstanden: die „Stadtwerke Landsberg am Lech“. Die Stadtwerke verstehen sich als moderner Dienstleister mit diversen Aufgabenfeldern. Im Kerngeschäft bleiben die Trinkwasserversorgung und die Abwasserentsorgung samt Kläranlage sowie der Betrieb des Inselbades und der beiden Parkgaragen.

Im Zuge der Rekommunalisierung will die Stadt nun sowohl das Strom- als auch das Gasnetz übernehmen, selbst betreiben und damit auch vermarkten. „Im Grunde wollen wir die gesamte Infrastruktur in der Lechstadt anbieten“, betont Norbert Köhler, einst Leiter der Städtischen Werke, heute Geschäftsführer der Stadtwerke. Dies schließe auch den Bereich Telekommunikation mit ein. Hier wolle man schon in naher Zukunft Glasfaserkabel in bereits vorhandene Leerrohre verlegen lassen. Bisher waren der Stadt durch langfristig angelegte Verträge die Hände gebunden. So versorgen die die Elektrizitätswerke Landsberg (EWL) die Kernstadt und die Lechwerke AG (LEW) in Augsburg die Stadtteile mit elektrischer Energie. Nun wollen die Stadtwerke das örtliche Stromnetz von RWE zurückhaben. Laut Köhler stecke man mitten in den Verhandlungen, die sich als sehr schwierig herausstellen. Mit Ablauf der Konzession will die Stadt Landsberg diese nicht neu vergeben, sondern selbst behalten. Geplant ist, dass die Stadt die Stromkonzession für die kommenden 20 Jahre an das eigene Unternehmen übertragen soll. Deutliche Konkurrenz Rund 16000 Anschlüsse hängen am örtlichen Stromnetz. Bislang allesamt Kunden von LEW und anderen Energieversorgern. Doch das könnte sich bald ändern, denn die Stadtwerke Landsberg wollen auch in den Stromvertrieb einsteigen und selbst Strom anbieten. Dazu OB Ingo Lehmann: „Wir wollen günstigen Strom anbieten und in deutliche Konkurrenz zu LEW treten.“ Laut Stadtwerke-Chef Norbert Köhler laufen aktuell Testläufe die darin münden, dass potenzielle Kunden ab dem 25. März elektrische Energie von den Stadtwerken Landsberg beziehen können. Eigens dafür wird eben zu diesem Zeitpunkt am Hauptplatz, gleich neben dem Bekleidungshaus Brand&Nill, ein „Energieladen“ eröffnet, in dem sich der interessierte Lechstädter über die Produkte der neuen Stadtwerke beraten lassen kann. Für OB Lehmann ist das ein „toller Schritt“, bleiben die Einnahmen dadurch doch in der Region. Dabei wollen die Stadtwerke natürlich auch Gewinn einfahren. Dieser soll vor allem das Defizit decken, dass durch das Inselbad und die Tiefgaragen im Schlossberg und Lechstraße jährlich entsteht. In einem weiteren Schritt soll auch das Gasnetz in städtische Hände übergehen. Der Konzessionsvertrag mit Erdgas Schwaben läuft Ende 2010 aus. Auch hier steht man laut Lehmann bereits in Verhandlungen, die sich allerdings auch als sehr schwierig herausstellen. Um den neuen Herausforderungen gewachsen zu sein, wird das Gebäude der Stadtwerke Landsberg an der Epfenhausener Straße demnächst noch erweitert werden.

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