Sanierungsbedürftiges Wahrzeichen

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Kauferings Wahrzeichen, die St. Johann Baptist-Kirche, ist aus allen Himmelsrichtungen gut zu sehen. Nun muss sie saniert werden. Über eine finanzielle Beteiligung der klammen Marktgemeinde wurde heftig diskutiert.

Kaufering – Das mehr als 300 Jahre alte Wahrzeichen der Marktgemeinde Kaufering, die St. Johann Baptist-Kirche im alten Dorfkern, ist sanierungsbedürftig. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 800.000 Euro, davon werden rund 200.000 Euro auf den markanten Kirchturm entfallen. In einem Schreiben der Bischöflichen Finanzkammer Augsburg bat die Kirchenverwaltung die Marktgemeinde um Mitteilung, ob sie sich an den anstehenden Instandsetzungsarbeiten am Kirchturm beteiligen würde. Die Bischöfliche Finanzkammer wies auf eine „historisch verwurzelte Verpflichtung“ hin.

In der Tat, die Marktgemeinde hatte bei der letzten Instandsetzung vor rund 20 Jahren die Kosten für die Sanierung des Kirchturms übernommen. Ein Konstrukt sah damals vor, dass sich die Kirchenverwaltung mit 20 Prozent an der Sanierung des Kirchturmes beteiligte. Umgekehrt beteiligte sich die Marktgemeinde an der Sanierung des Kirchenschiffes ebenfalls mit 20 Prozent.

Vor diesem Hintergrund hatte sich sowohl der Planungsausschuss als auch der Marktgemeinderat mit dem Thema beschäftigt. Schon im Planungsausschuss gab es keine einheitliche Meinung. Das setzte sich in der Diskussion im Marktgemeinderat fort. Man war sich zwar darüber einig, dass die Kirche „ortsprägend“ sei. Am weitesten ging der Vorschlag von Manfred Huber, Fraktionsvorsitzender der Kauferinger Mitte, der sogar noch einen höheren Zuschuss befürwortete.

Man müsse das auf die nächsten 20 Jahre umrechnen, sagte Huber. 20 Prozent Zuschuss wie vor 20 Jahren waren ebenso ein Thema wie die 10 Prozent-Regelung, wie sie auch für die Vereine gilt. Es gab aber auch Vertreter, die unter dem Aspekt der Finanzprobleme der Gemeinde einen „freiwilligen“ Zuschuss in Frage stellten. Manfred Nieß (CSU) meinte, die Kirche sei nicht arm, die Gemeinde dagegen stünde gegenwärtig finanziell schlecht da. Hans-Jörg Pilz (GAL) wies darauf hin, dass die Kirche auch bereit sei, die Sanierungskosten selbst zu tragen. Das ginge aus einem Schreiben hervor.

Weiter führte Pilz aus, durch das bestehende Kreditaufnahmeverbot seitens des Landratsamtes müsse Kaufering in diesem Jahr sogar auf dringend notwendigen Ersatz­investitionen beispielsweise im Klärwerk verzichten (der KREISBOTE berichtete). Die Abstimmung brachte zunächst eine Ablehnung des weitgehendsten Vorschlages der Kauferinger Mitte. Auch die Vertreter der 20 Prozent-Regelung unterlagen, wenn auch nur knapp.

Mit 15 zu 5 Stimmen sprachen sich die Marktgemeinderäte schließlich dafür aus, einen Zuschuss in Höhe von 10 Prozent des Kostenanteils, welche die Kirchenstiftung zu tragen hat, in Aussicht zu stellen. Das bedeutet, dass nach Vorliegen der gesamten Kostenkalkulation erneut beraten und über eine konkrete Förderung entschieden wird.

Siegfried Spörer

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