Nicht schlimmer als früher

Wenn viel zu schnell die Fäuste sprechen

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Im Gegensatz zum bayernweiten Trend ist die Jugendkriminalität im Landkreis Landsberg nicht zurückgegangen. Gewalttaten stehen oben an.

Landkreis – Bayernweit geht die Jugendkriminalität seit Jahren leicht zurück. Im Landkreis Landsberg ist dieser Trend jedoch nicht zu beobachten, wie der Leiter der Polizeiinspektion Landsberg, Alfred Geyer, im Jugendhilfeausschuss sagte. Er wollte lediglich von einer „Delle in den letzten zwei Jahren“ sprechen. Über einen längeren Zeitraum betrachtet sei die Jugendkriminalität im Landkreis auf einem gleichbleibenden Niveau.

Dass junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Bevölkerung überproportional häufig an kriminellen Handlungen beteiligt sind, ist nichts Neues. Statistiken, die 100 Jahre und mehr zurückreichen, sprechen die gleiche Sprache, so Geyer. „Jugendliche sind heute nicht schlimmer als früher, aber auch nicht braver. Sie sind anders.“

Statistisch waren im Jahr 2014 rund 21 Prozent der Tatverdächtigen in Bayern jünger als 21 Jahre, zehn Jahre zuvor waren es noch gut 26 Prozent. Im Landkreis lag der Wert 2015 bei knapp 23 Prozent. Die häufigsten Straftaten sind nach Geyers Worten Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Diebstähle. Im Landkreis gebe es außerdem mehr Drogendelikte als im bayerischen Durchschnitt.

Die Fälle von Komasaufen würden zwar zurückgehen, jedoch sei bei jedem dritten Gewaltdelikt Alkohol im Spiel. In der Gruppe der straffälligen 18- bis 20-Jährigen steht sogar die Hälfte bei Gewalttaten unter Alkoholeinfluss.

Als Intensivtäter gelten Jugendliche, die innerhalb eines halben Jahres mehr als fünf Straftaten begehen, darunter mindestens ein Gewaltdelikt. Von dieser Sorte gibt es im Landkreis 13, die unter der Beobachtung stehen. Die Polizei führt außerdem Präventionsprojekte in Schulen und gemeinsame Jugendschutzaktionen mit dem Landratsamt durch.

Ulrike Osman

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