Enorm interessiert und hilfsbereit

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m ehemaligen Gasthof Drei Rosen werden bald minderjährige Flüchtlinge leben, die ohne Begleitung nach Bayern gekommen sind.

Dießen – 996 Flüchtlinge leben derzeit im Landkreis Landsberg, 99 davon in der Marktgemeinde Dießen und deren Ortsteilen. Und weitere 22 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge werden am kommenden Montag in der Schützenstraße, im ehemaligen Hotel Drei Rosen erwartet. „Das Thema Flüchtlinge ist in der Bevölkerung angekommen“, meinte Bürgermeister Herbert Kirsch ange- sichts des großen Interesses am Infoabend, der am Donnerstag eigentlich direkt in der neuen Unterkunft stattfinden sollte. Doch der Saal dort war zu klein und so wanderten rund 250 Zuhörer und Referenten weiter ins benachbarte Augustinum, wo man spontan offene Türen fand.

Bis zum Jahresende werden im Landkreis Landsberg voraussichtlich rund 1850 Flüchtlinge leben, teilte Landrat Thomas Eichinger im Theatersaal mit. Für rund 300 Personen wird noch dringend Wohnraum gesucht. Dagegen ist für die Jugendlichen ohne Begleitung, die nach Dießen kommen, bereits gesorgt. Für sie wurde, wie im KREISBOTEN berichtet, neben der Unterkunft selbst auch ein pädagogisches Konzept vorbereitet. Jugendamtsleiter Peter Rasch erläuterte einmal mehr, dass minderjährige Flüchtlinge in Deutschland Anspruch auf Betreuung durch staatliche Jugendhilfeeinrichtungen haben. 

Als Träger, so Rasch, habe man „Gott sei Dank“ das SOS-Kinderdorf gewinnen können. Bis zum Jahresende würden im Landkreis insgesamt 150 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung betreut. Man habe mit bereits bestehenden Wohngrup- pen ausschließlich gute Erfahrungen gemacht, berichtete Rasch. „Bislang gab es keine Lärmbelästigung und auch keinen Ärger mit den Nachbarn.“ Die Jugendlichen seien im Rahmen eines so genannten Clearing-Prozesses bereits auf ihren neuen Lebensabschnitt vorbereitet worden, so Erich Schöpflin, Leiter des SOS-Kinderdorfes. „Die meisten sind sehr wissbegierig, es gibt kaum Verweigerer“. Sobald sie bezüglich ihrer Deutschkenntnisse an öffentlichen Schulen Anschluss finden können, dürfen sie die umliegenden Berufsschulen besuchen. 

Flüchtlinge, die jünger sind als 16 Jahre, werden in der Carl-Orff-Schule unterrichtet. Hier sei eine zusätzliche Lehrerstelle genehmigt worden und auch die Schülermitverwaltung bereite sich schon auf die neuen Mitschüler vor, teilte Schulleiter Michael Baur mit. Fürs Erste wird ein Lehrer des SOS-Kinderdorfes im ehemaligen Wirtshaussaal vormittags Deutschunterricht geben und Integrationswissen vermitteln. Zugunsten der Unterbringung in den Drei Rosen, so Schöpflin, seien fünfeinhalb Arbeitsplätze geschaffen worden. Ein Pädagoge und Mitarbeiter eines Wachdienstes sollen rund um die Uhr im Haus sein. 

Helfer willkommen 

Ressentiments waren beim Infobend nicht spürbar, im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage: „Wie können wir helfen?“. Benötigt wird zum Beispiel warme Winterkleidung in kleinen Größen oder Schulmöbel, sowie Fahrräder, die in der SOS-Fahrradwerkstatt instand gesetzt werden können. Auch wer die jungen Flüchtlinge unterstützen möchte, etwa als Lernpate, kann sich mit Reinhilde Thoß vom SOS-Kinderdorf (Telefon 08807/9241-17) in Verbindung setzen. Über weitere Helfer freut sich auch das Netzwerk Asyl Ammersee-West, das in Kürze mit einer eigenen Homepage präsent sein möchte. Ansprechpartner hier ist Dipl. Sozialar- beiterin Michaela Zeilmeir unter Tel. 08807/2069837 oder E-Mail klass@kvlandsberg.brk.de.

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