Es kribbelt schon ein wenig

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„Manege frei!“, heißt es ab 17. Juli in St. Ottilien, wo die Schüler des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums auch mit solchen artistischen Krafakten begeistern wollen.

St. Ottilien – Als „Zwei-Flaschen-Wein-Idee“ begann es 1991, erinnert sich Stefan Klotz, Lehrer am Rhabanus-Maurus-Gymnasium und Mitbegründer des Circus St. Ottilien. Oder vielleicht waren es auch ein paar mehr Flaschen. Jedenfalls heckte Klotz gemeinsam mit dem damaligen Erzabt Notker Wolf und dem Ottilianermönch Josef Götz die Idee aus, auf dem Klostergelände einen Schulzirkus zu veranstalten.

Pädagogische Hintergedanken habe es damals zunächst nicht gegeben. „Wir wollten einfach Spaß haben.“ Den hatten dann alle Beteiligten und auch das Publikum. Jetzt ist es wieder soweit: Vom 17. bis 26. Juli findet der Circus St. Ottilien inzwischen schon zum achten Mal statt.

16 Vormittags- und Nachmittagsvorstellungen wird es geben, dazu zehn Abendveran- staltungen. Das sind in erster Linie Konzerte, unter anderem vom Schulchor und -orchester, aber auch eine Talkshow, ein Kabarett- und ein Clownerie-Abend sind dabei. Für das eigentliche Zirkusprogramm haben Schüler aller Jahrgangsstufen insgesamt 40 Nummern einstudiert, darunter auch Akrobatik-, Tanz- und Feuernummern sowie Tierdressuren. Als Zirkusdirektor hat Mathe- und Wirtschaftslehrer Martin Metz das Zepter in der Hand. Um die Organisation kümmert sich ein von ihm geleitetes Praxis-Seminar.

Mit Erzabt

„Es wird langsam kribbelig“, beschrieb Metz auf einer Pressekonferenz die Stimmung in der Schule. „Das Zirkusfieber steigt.“ Knapp 500 Buben und Mädchen beteiligen sich an dem Projekt, dazu 15 Lehrer und zehn Mönche. Unter ihnen ist auch Erzabt Wolfgang Öxler, der mit einer eigenen Nummer in der Manege auftreten wird. „Ich bastele noch daran und bin schon ein bisserl aufgeregt.“ Alle sind sich einig, dass der Zirkus das Gemeinschaftsgefühl und die Kontakte zwischen Schule und Kloster stärkt. „Ich komme dadurch mit Schülern zusammen, die ich sonst nie treffe“, freut sich Öxler.

Griechische Vokabeln und Gleichungen haben während der Zirkustage Pause. Dennoch ist das Projekt auch eine Lehrveranstaltung, betont Metz. „Die Schüler lernen da draußen Dinge, die man in keinem Klassenzimmer der Welt lernt.“ Jeder kann sich in dem Bereich einbringen, der ihn interessiert – als Artist oder Techniker, in der Öffentlichkeitsarbeit oder in einer der vielen Jahrmarktsbuden, die vor dem Zirkuszelt aufgebaut werden.

Kartenvorverkauf läuft

Der Besucherandrang ist erfahrungsgemäß meist gewaltig. Beim letzten Zirkus 2012 kamen, über die zehn Veranstaltungstage verteilt, rund 15000 Zuschauer. Der Kartenvorverkauf läuft bereits übers Internet (www.circus.ottilien.de) – dort gibt es auch das komplette Programm.

Ulrike Osman

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