Kann das aufs Dach?

Wie es aussehen könnte, wenn Solaranlagen die Dächer in Landsbergs Altstadt „zieren“, hat Stadtbaumeisterin Annegret Michler, im Bauausschuss gezeigt. Den meisten Ausschussmitgliedern gefiel das nicht. Viele fürchteten um das historische Stadtbild, wenn anstatt roter Dächer blauschimmernde Glasflächen blitzten. Dennoch wurde ein Kompromiss zwischen Energiegewinnung und Altstadterhaltung gefunden: Sonnenkollektoren, zum Beispiel zur Warmwasserbereitung, hielt der Ausschuss für vertretbar.

In der Diskussion zeigte sich, dass Zündstoff in dem Thema Solaranlagen steckte – schnell wurden da auch die Themen Photovoltaik und Sonnenkollektoren vertauscht. Für Stadtrat Helmut Weber (CSU) sind Photovoltaikanlagen und Sonnenkollektoren schlicht „Umweltverschmutzung, wenn man sich die Dachlandschaft ansieht.“ Weber erinnerte an die Brandgefahr, die von solchen Anlagen ausginge. Auch SPD-Kollege Hans-Dieter Völkel hielt es für besser, Solaranlagen nicht in der Altstadt zuzulassen. Wolfgang Buttner, ÖDP-Stadtrat, warnte davor, beide Systeme miteinander zu verwechseln und klärte auf: „Solarkollektoren haben keinen Strom, dort fließt Wasser.“ Entzünden könne sich durch diese Anlagen nichts. Oberbürgermeister Lehmann (SPD) sagte, dass es sich höchstens um zwei bis drei Anlagen in der Altstadt handeln könne. Zudem seien die Vorgaben des Landesamtes für Denkmalschutz streng gefasst. Der Bauausschuss empfahl dem Stadtrat mit 14:1 Stimmen die Altstadtsatzung hinsichtlich der thermischen Sonnenkollektoren zu ändern. Dort hieß es bisher: „Anlagen zur Nutzung von Sonnen- und Umweltenergie sind im Bereich der Altstadt unzulässig.“ Nun könnte zwischen Photovoltaik und Sonnenkollektoren differenziert werden. Möchte jemand Solarkollektoren aufs Dach, könnte dies also bald genehmigt werden – sofern der Stadtrat ebenso wie der Bauausschuss entscheidet. Hintergrund für die Beratung zur Satzungsänderung war ein Überprüfungsantrag von Wolfgang Buttner.

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