Plaketten und GPS für die Bäume

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Im Vorbeigehen kaum bemerkbar: Die Plaketten der Bäume auf öffentlichem Grund in Utting, hier im Park vor dem Dampfersteg. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Baumkatasters.

Utting – Man freut sich über die prächtig gewachsenen Bäume, aber kaum ein Spaziergänger bemerkt die Nummernschildchen auf den Stämmen über Kopfhöhe. Alle Bäume und Baumgruppen auf öffentlichem Grund in Utting sind so gekennzeichnet und in einem sog. Baumkataster erfasst. Da die Kommune als Baumeigentümer für die Verkehrs-, Stand- und Bruchsicherheit verantwortlich ist, sind Baumkataster ein notwendiges Werkzeug, um dieser Aufgabe nachkommen zu können. Denn bei Schäden, die von ihren Bäumen ausgehen, kann die Kommune zivil- und strafrechtlich belangt werden. Daher ist eine kontinuierliche und fachgerechte Kontrolle unerlässlich.

Erk Brudi, von der IHK München und Oberbayern öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Baum­pflege und Baumstatistik, informierte jetzt den Uttinger Gemeinderat über seine aktuell abgeschlossene Untersuchung der kommunalen Gehölze im öffentlichen Bereich. Erfasst wurden circa 1.100 Einzelbäume sowie zusätzliche Baumgruppen.

Das Ergebnis der umfangreichen Diagnose ist zufriedenstellend: Es gibt in Utting keinen Baum, der Sofortmaßnahmen erfordert. Allerdings seien zeitnah einige Tätigkeiten zu erledigen wie abgestorbene Äste zu entfernen oder Lichträume freizuschneiden. Viele der Arbeiten könnten Mitarbeiter des Uttinger Bauhofs erledigen, bei einigen aber sollten laut Brudi Fachfirmen beauftragt werden.

Alle relevanten Daten

Das Anbringen der Nummernschildchen erleichtert dabei das schnelle Auffinden der einzelnen Bäume oder Gruppen im Gelände. Diese Baumplaketten sind nur ein kleiner Teilbereich bei der Kennzeichnung und Erfassung der Baumbestände. Vor Ort wurden nach genauer Inaugenscheinnahme und Vermessung jedes Baumes alle relevanten Daten computermäßig erfasst, ebenso mit Präzisions-GPS die Zuordnung im Gelände. Dazu wurden Fotos und Schriftsätze über den Zustand der Bäume sowie Empfehlungen über die jeweiligen baumpflegerischen Maßnahmen eingepflegt.

Diese Datenbank von Erk Brudis Firma Tree Consult, die auch die Gemeinde Utting direkt nutzt, wird nach den jährlichen Baumkontrollen kontinuierlich weitergeführt. Jede Maßnahme, die Bauhofmitarbeiter und Fachbetriebe durchführen, wird zudem akribisch erfasst.

30.000 Euro im Haushalt

Überwachung, Fortschreibung des Baumkatasters und Pflege des gemeindlichen Baumbestandes belasten natürlich auch den Haushalt. Zwischen 20.000 und 30.000 Euro wurden pro Jahr veranschlagt. Je mehr Arbeiten vom Bauhof erledigt werden können, desto geringer die Fremdkosten für Tree Consult und Fachbetriebe.

Bürgermeister Josef Lutzenberger wird dazu ein Arbeitsmeeting mit den Bauhof-Mitarbeitern einberufen, um die Zeitkapazitäten auszuloten. Das neue Universal-Kommunalfahrzeug mit variablen Aufsätzen und Abrollkippauf­bau – siehe auch nebenstehenden Bericht – wird bei den Baumarbeiten verstärkt zum Einsatz kommen.

Dieter Roettig

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