Jetzt gilt "rechts vor links"

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Kaufering erhofft sich von den Tempo-30-Zonen weniger Lärm, Luftverseuchung und Verkehrsunfälle. Unser Foto zeigt das Tempo-30-Zonenschild an der Dr.-Gerbl-Straße.

Kaufering – Die Marktgemeinde hat in diesen Tagen eine neue Tempo 30-Zone eingeführt. Innerhalb des Straßenringes Haidenbucherstraße, Bahnhofsstraße, Welfenstraße und Maximilianstraße wurden die bisherigen Vorfahrts- und Tempo-30-Schilder abmontiert und durch das Verkehrszeichen Gefahrenstelle mit dem Zusatzschild „Vorfahrt geändert“ ersetzt. Nunmehr gilt auch auf die bisherigen Vorfahrtsstraßen rechts vor links.

Allerdings scheinen viele Autofahrer von der geänderten Vorfahrt noch nichts mitbekommen zu haben. Wer sich die Zeit und die Muße nimmt und einige Minuten das Verkehrsgeschehen beobachtet, stellt schnell fest, dass mancher Autofahrer anscheinend die Zonen-Schilder nicht gelesen hat. Kauferings Verwaltungschef Rainer Biedermann sprach von einer Art Lernprozess, den die Autofahrer durchmachen müssen. Unfälle hat es zum Glück noch nicht gegeben, sagte Franz Kreuzer, Verkehrssachbearbeiter der Polizeiinspektion Landsberg.

Insgesamt haben wir gute Erfahrungen mit Tempo-30-Zonen gemacht, betonte Kreuzer. Der Sprecher der Polizeiinspektion Landsberg wies aber auch darauf hin, dass die Beschilderung rechtskonform sein muss. So muss in der Marktgemeinde beispielsweise der Zebrastreifen an der verschwenkten Kreuzung Dr.-Gerbl-Straße/Iglinger Straße entfernt werden, da dieser quer über die Kreuzung verlaufe. „Nur ein paar Schilder aufstellen“, reicht nicht, betonte Kreuzer gegenüber dem KREISBOTEN.

Kauferings Bürgermeister Erich Püttner schrieb im jüngsten Mitteilungsblatt, im letzten Jahr habe man damit angefangen, im Gebiet zwischen Lechfeldstraße und Raiffeisenstraße ein Tempo-30-Zone einzuführen. „Nach einem Jahr hat sich gezeigt, dass die gewünschten Veränderungen spürbar würden“.

Zu den gewünschten Veränderungen gehört nach Ansicht der Verwaltung vor allem die Tatsache, dass langsamer gefahren werde. Aber auch Lärm und Luftverschmutzung würden reduziert. Auch die Zahl von Verkehrsunfällen sei rückläufig, betont Erich Püttner.

Da in den Tempo-30-Zonen grundsätzlich „rechts-vor-links-Verkehr gilt, müssen zumindest für ein halbes Jahr die Verkehrszeichen „Gefahrenstelle“ in Verbindung mit dem Hinweisschild „Vorfahrt geändert“ aufgestellt werden. Aufmerksamen Beobachtern ist allerdings aufgefallen, dass einige der neuen Schilder am Straßenrand durch Bäume gut verdeckt sind. Auch durch viele Baustellenschilder, beispielsweise an der Einfahrt zur Iglinger Straße von der B17 (alt), gilt die Aufmerksamkeit der Autofahrer eher anderen Schildern als der Tempo-30-Zone.

Siegfried Spörer

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