Erst den Bedarf prüfen

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Noch leben in der Schlesierstraße in Kaufering Asylbewerber. Nach dem Abriss sollen hier etwa 30 Sozialwohnungen entstehen.

Kaufering – Seit Ende 2011 leben in der Schlesierstraße in Kaufering Asylbewerber. Zum Jahresende soll das Gebäude nun abgerissen werden, da es mittlerweile zunehmend „setzungsbedingte Bauwerksschäden” aufweist. Jetzt sollen dort Sozialwohnungen entstehen. Dafür muss die Marktgemeinde Kaufering allerdings den bestehenden Bebauungsplan „Lechfeldwiesen I” ändern.

Bereits 2007 hatte man mit der Planung des Wohnbauprojektes in der Schlesierstraße 11 und 13 begonnen. Allerdings musste man diese Planungen dann wegen der zwischenzeitlichen Unterbringung von Asylbewerbern zurückstellen. Nun will der Landkreis, der Eigentümer des Grundstücks ist, das Projekt erneut angreifen. 

Das 3415 Quadratmeter große Grundstück ist derzeit im nördlichen Bereich noch mit einem Mehrfamilienhaus, bestehend aus 12 Wohnungen aus dem Baujahr 1966/67, bebaut. Zum Jahresende beziehungsweise im Frühjahr nächsten Jahres habe man nun den Abbruch des Gebäudes geplant, erläuterte der Leiter des Hochbauamts Christian Kusch dem Kreisausschuss. 

Nach der Freimachung des gesamten Grundstückes bestehe dann die Möglichkeit, den Bauraum und die Bauflächen des Grundstückes im Rahmen einer Bauleitplanung bzw. einer Änderung des bestehenden Bebauungsplanes neu zu ordnen. Vor allem wolle man hier aber „Verdichtung herstellen und den Bestand erweitern”, so Kusch. Auf dem Gelände könnten dann im Süden zwei Gebäude mit je 160 Quadratmetern Grundfläche, im Osten ein Gebäude mit 260 Quadratmetern Grundfläche und im Norden ein Wohnhaus mit etwa 480 Quadratmetern Grundfläche plus Tiefgarage entstehen. Hier dürfe man aber nicht die Anzahl der Wohnungen – es könnten „um die 30” werden –, sondern die Geschossflächenzahl berücksichtigen, so der Hochbauamtsleiter. „Wir müssen zuerst den Bedarf ermitteln”, so Kusch weiter. 

Um das Projekt umsetzen zu können, müsste der Markt Kaufering allerdings den bestehenden Bebauungsplan „Lechfeldwiesen I” ändern. Der Gemeinderat werde sich dem Thema im Mai annehmen, versicherte Bürgermeister Erich Püttner. Allerdings wolle er auch anregen, dort über Mehrgenerationenwohnen nachzudenken. 

Der Landkreis hat bereits 2007 mit dem Architekturbüro Degle aus Königsbrunn einen Vertrag für die Planung geschlossen. Der Vertrag ruht allerdings bis heute, da dann die Asylbewerber in dem Gebäude untergebracht werden mussten. In den Haushalt 2015 sind für die Planung eines Gebäudes 100000 Euro eingestellt. Für das gesamte Projekt – bestehend aus vier Wohnhäusern beziehungsweise einer Gesamt- geschossfläche von etwa 3365 Quadratmeter sind in der Finanzplanung des Landkreises für 2016 3 Millionen, 2017 3,1 Millionen Euro eingeplant. 

Der Markt Kaufering werde nun gebeten, das Bebauungsplanverfahren wieder aufzunehmen und nach Möglichkeit so abzuschließen, dass mit dem Bau im Jahr 2016 begonnen werden kann. Der endgültige Projektbeschluss durch den Kreisausschuss soll dann erfolgen, wenn Entwurfsplanung und Kostenberechnung vorliegen sowie die Förderung geklärt ist.

Astrid Erhard

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