Für 5,8 Millionen Euro

"Alte Hülle, nagelneuer Inhalt"

+
Die Hülle ist alt, doch auch sie wurde ansprechend aufgebessert.

Kaufering – Das Kauferinger Sportzentrum, seit 1976 eines der markantesten Gebäude in der Marktgemeinde, erstrahlt nach dreijähriger Bauzeit und Investitionen in Höhe von 5,8 Millionen Euro in neuem Glanz. Davon konnten sich die Besucher am vergangenen Samstag überzeugen, als die Anlage von Politik und Geistlichkeit offiziell eingeweiht wurde.

„Das Werk ist vollbracht“, freute sich Kauferings Bürgermeister Erich Püttner am vergangenen Samstag, als nach dreijähriger Planungs- und Bauzeit die Einweihung des frisch sanierten Sportzentrums über die Bühne ging. Ein echtes „Juwel“ sei das Resultat der 5,8 Millionen teuren Maßnahme, von denen die Marktgemeinde eine „gute Million“ selbst stemmte. Die „Hülle“, damit meinte er insbesondere Boden und Wände, sei alt, der Rest hingegen „nagelneu“. Spätestens als die Bundesliga-Floorballer ihre Zuschauerkapazität auf 380 drosseln und keine Heimspiele mehr ohne Brandwache abhalten durften, sei klar geworden: „Jetzt wird‘s Zeit“. Denn die alte Halle, die im Mai 1976 eingeweiht worden war, habe sich in einem teils desolaten Zustand befunden.

Das bestätigt auch Hermann Bader vom Kommunalen Hochbau. „Die normale Nutzungsdauer einer solchen Halle liegt bei 30 Jahren“, erklärt er und geht zu einem Vorher-Nachher-Vergleich über. Seine ellenlange Aufführung notwendiger und realisierter Maßnahmen verdeutlicht den großen Handlungsdruck, der seinerzeit herrschte: „Wir waren kurz vor der Nutzungssperre“; für so manchen Anblick habe man sich schämen müssen. Brandschutz, Rauchabzug, Entwässerung, Heizung, Beleuchtung oder das Tragwerk der Innendecke sind nur eine kleine Auswahl seiner Übersicht. „Wie die Basketballkörbe gehalten haben, konnte sich bei der Überprüfung keiner so richtig erklären.“ Was also tun? Ein Neubau in gleicher Qualität hätte Kosten in Höhe von rund 8 bis 10 Millionen Euro verursacht, erklärt Püttner. „Zuschnitt und Funktionalität waren spitze“, weiß auch Bader. Die Gebäudesubstanz als solche war in gutem Zustand.

Kauferings Bürgermeister Erich Püttner nannte das sanierte Sportzentrum ein „Juwel“ und bewies sportliche Qualitäten.

So entschloss sicher der Marktgemeinderat zu einer umfassenden Sanierung in drei Bauabschnitten. Ab Juni 2014 wurde es vor Ort ernst, doch vor allem im zweiten Abschnitt, zwischen Dezember 2014 und September 2015, kam es zu Verzögerungen. Die Malerarbeiten seien von schlechter Qualität gewesen, am Ende habe ein örtliches Unternehmen übernommen. „Das hat uns sieben Monate gekostet“, ärgert sich Bader, der weitere derartige Vorkommnisse kennt: Der Boden im Kabinentrakt habe zweimal verlegt werden müssen, der ursprüngliche Lieferant für die Kabinenmöbel meldete Insolvenz an. „Die Umbauzeit war sehr schwierig für alle“, räumt er ein. Für die Vereine, vor allem den VfL Kaufering, genauso, wie für die Mittel- und Realschule, die zwei Drittel der Nutzungszeiten belegen.

Für den Bau letzterer in Kaufering sei das Vorhandensein einer Sporthalle seinerzeit ein wichtiges Argument gewesen, blickt Landrat Thomas Eichinger zurück. Als Sachaufwandsträger beteiligte auch der Landkreis sich nun mit rund 3,5 Millionen Euro an der Hallensanierung, den Rest schoss der Regierungsbezirk Oberbayern zu. Für Eichinger sei die Halle, die nun bei Veranstaltungen Platz für bis zu 2.100 Menschen bietet, auch ein wichtiger Ort des Zusammenkommens in Zeiten, in denen „das Gemeinsam weniger wird“.

Gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen Jürgen Nitz hätte auch Kauferings neuer Pfarrer Helmut Friedl die Weihe der sanierten Anlage vornehmen sollen, doch dieser war verhindert. So schritt Friedl in „gutem ökumenisch christlichen Geist“ alleine zur Tat, ehe er zu einem Termin in Andechs weitereilte. Damit verpasste er unter anderem das Floorballmatch, das sich mutige Mitglieder des Kauferinger Marktgemeinderats zum Abschluss der Veranstaltung mit einer Nachwuchsauswahl der Red Hocks des VfL lieferten.

Rasso Schorer

Meistgelesene Artikel

Umbau für eine "strahlende Zukunft"

Landsberg – Aus Irland direkt in die Lechstadt: Richard Kingston (CMC Capital) hat am Mittwoch mit Erfolg für das neue Lechland-Center geworben. Eine …
Umbau für eine "strahlende Zukunft"

Gemeinde als Bauherr

Utting – Normalverdiener, einkommensschwächere Bürger und junge Familien können sich freuen: Die Gemeinde Utting errichtet in eigener Regie in …
Gemeinde als Bauherr

Wieder das eigene Wasser

Kaufering – In jüngster Vergangenheit sahen sich die Bürger von ihrer Marktgemeinde unzureichend mit Informationen versorgt. Für den nicht …
Wieder das eigene Wasser

Kommentare